Parteivorsitz Erste Kampfabstimmung in der CDU?

In der Geschichte der CDU könnte es erstmals zu einer Kampfabstimmung um den Posten des Parteichefs kommen. Der Noch-Vorsitzende Schäuble stellte klar, dass der Vorstand mehrere Bewerbungen nicht verhindern würde. Auch eine Mitgliederbefragung ist nicht ausgeschlossen. Das Rennen zwischen Angela Merkel und Volker Rühe ist damit weiter offen.



Berlin - Noch haben die beiden am meisten gehandelten Kandidaten ihren Hut nicht offiziell in den Ring geworfen. Und beide - Merkel und Rühe - gaben sich am Montag zurückhaltend. Doch sie brauchen auch selbst den Mund noch nicht weit aufzumachen, das übernehmen andere: Generalsekretärin Angela Merkel bekam erstmals aus der Schwesterpartei CSU Unterstützung. Und ihre Befürworter bei den Christdemokraten wie etwa Rita Süssmuth und Christian Wulff gingen erneut in die Offensive.

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel sagte, Merkel sei eine sehr gute Lösung als Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble, "wenn die Inhalte stimmen". Bayerns CSU-Innenminister Günther Beckstein sagte: "Merkel wäre für mich eine gute und attraktive Vorsitzende."

CSU-Chef Edmund Stoiber nannte dagegen Rühe ein "großes Kaliber". Bei den Wahlen für den stellvertretenden Unions-Fraktionsvorsitz am Dienstag werde dieser ein gutes Ergebnis erhalten. Aber: Alles weitere hänge vom parteiinternen Entscheidungsprozess der CDU ab. Bisher hatte die CSU Zweifel geäußert, ob Merkel die "richtige Bandbreite" abdecken könnte.

Der noch amtierende Parteichef Wolfgang Schäuble hatte am Montag nach ausführlichen Beratungen der Parteiführung über das Ergebnis der schleswig-holsteinischen Landtagswahl auf das bereits vereinbarte Verfahren verwiesen, zunächst die Parteibasis zu hören und am 20. März im Bundesvorstand die weiteren Schritte zu beschließen. "Wenn wir dann mehrere Kandidaten haben, wird der Vorstand das nicht verhindern", sagte Schäuble.

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Auch eine Mitgliederbefragung könnte am 20. März beschlossen werden, sagte Schäuble. Dazu sei eine absolute Mehrheit im Bundesvorstand erforderlich.

Bei der Wahl der neuen Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion werden Kontroversen erwartet. Zwar gilt die Wahl des bisherigen Vize Friedrich Merz zum neuen Fraktionschef als Nachfolger von Schäuble als sicher. Doch für die Stellvertreter gibt es voraussichtlich mehr Kandidaten als Posten. Rühe kann mit einer deutlichen Mehrheit rechnen. Sorgen um eine ausreichende Repräsentanz in der Spitze machen sich dagegen die Frauen in der Fraktion.