Parteivorsitz NPD-Chef Voigt gewinnt Kampfabstimmung

Udo Voigt hat den heftigen Machtkampf in der rechtsextremistischen NPD für sich entscheiden können: In einer Kampfabstimmung bestätigten die Delegierten den Vorsitzenden im Amt. Sein Herausforderer Udo Pastörs musste eine herbe Niederlage einstecken.


Berlin - In einer Kampfabstimmung entschieden sich auf einem Sonderparteitag am Samstag in Berlin 62,4 Prozent der Delegierten für Voigt. Der 56-Jährige erhielt 136 der 218 Stimmen. Sein Herausforderer Udo Pastörs, der Landtagsfraktionschef von Mecklenburg-Vorpommern, konnte nur 72 Stimmen hinter sich versammeln. Sechs Delegierte enthielten sich, vier Stimmen waren ungültig, wie NPD-Bundessprecher Klaus Beyer am Samstagabend mitteilte.

Die Medien waren bereits zu Beginn vom Parteitag ausgeschlossen worden. Vor dem Versammlungsort, dem Rathaussaal des Stadtbezirks Reinickendorf, demonstrierten nach Polizeiangeben rund 650 Menschen friedlich gegen das Treffen der Rechtsextremisten.

NPD-Chef Udo Voigt: Trotz Finanzskandalen im Amt bestätigt
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NPD-Chef Udo Voigt: Trotz Finanzskandalen im Amt bestätigt

Dem bereits seit 13 Jahren an der NPD-Spitze stehenden Voigt war parteiintern eine Mitverantwortung für die Spendenskandale der Partei angelastet worden. Vor den Delegierten räumte er vor dem Ausschluss der Journalisten Fehler ein und rief zur Geschlossenheit auf. Die NPD muss wegen eines falschen Rechenschaftsberichts für 2007 insgesamt 2,5 Millionen Euro Strafe an den Bundestag zahlen. Ihr droht der finanzielle Kollaps.

Privatadressen der Journalisten gefordert

Bereits vor der Blockade der Berichterstattung durch die NPD hatten Fotografen der Nachrichtenagenturen beschlossen, keine Bilder von der Veranstaltung zu verbreiten. Grund dafür war, dass sie beim Einlass zusätzlich zum Presseausweis auch ihre Personalausweise mit den Privatadressen vorlegen sollten. Die NPD wollte die Adressen notieren. Der Journalistenverband hatte vor dieser Praxis gewarnt. "Hier befindet sich ein Haufen Geschmeiß und damit meine ich die da oben", sagte ein NPD-Delegierter mit Blick auf die Pressetribüne. Nach geltendem Recht dürfen Parteien die Öffentlichkeit von Parteitagen ausschließen.

Unter den Anti-NPD-Demonstranten waren auch die Grünen- Bundesvorsitzende Claudia Roth und Berlins Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) sowie Gewerkschafter und Vertreter linker Gruppen. Sie forderten "Nazis raus!". Laut Polizei verliefen die Proteste, die nur bis zum Mittag dauerten, weitgehend friedlich. Es habe aber hin und wieder Rangeleien gegeben. Fünf Demonstranten wurden unter anderem wegen Beleidigung und Landfriedensbruchs festgenommen.

Der Bezirk Reinickendorf war am vergangenen Freitag vor dem Oberverwaltungsgericht mit dem Versuch gescheitert, der NPD den Saal im Rathaus zu verweigern. Zur Begründung nannte das Gericht den Anspruch der Parteien auf Gleichbehandlung.

Die Brandenburger Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber warnte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur davor, die rechtsextreme Partei für harmlos oder dem Tod geweiht zu halten. "Es wäre falsch, darauf zu setzen, dass sich die NPD durch die Querelen an der Spitze selbst zerlegt."

hil/dpa



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