CDU-Generalsekretär zu Clubhouse-Eklat Ziemiak bezeichnet Ramelow als ungeeignet für weitere Corona-Gipfel

Die Kritik an Bodo Ramelows Handyspielerei reißt nicht ab: CDU-Generalsekretär Ziemiak forderte eine Entschuldigung des Ministerpräsidenten. Sein CSU-Kollege legte dem Linkenpolitiker den Rücktritt nahe.
Paul Ziemiak: »Völlig inakzeptabel«

Paul Ziemiak: »Völlig inakzeptabel«

Foto: Christian Marquardt/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hält Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) für »offensichtlich nicht geeignet«, um an Corona-Krisengipfeln teilzunehmen. »Mir fehlen die Worte – das ist völlig inakzeptabel«, sagte Ziemiak der »Bild«-Zeitung zu Ramelows Geständnis, während des Krisengipfels ein Handyspiel gespielt zu haben.

»Er sollte sich entschuldigen, bei seinen Kollegen und Kolleginnen und vor allem bei der Bevölkerung Thüringens«, so Ziemiak. Das Verhalten Ramelows führe zu mehr Misstrauen gegenüber Politikern.

CSU-Generalsekretär Markus Blume legte Ramelow in der »Bild« gleichzeitig den Rücktritt nahe. »Wenn er uns damit sagen will, dass er amtsmüde ist, dann soll er einfach zurücktreten, dann hat er viel Zeit zum Spielen«, so Blume.

Ramelow hatte in der Talkrunde »Trash und Feuilleton« auf der Social-Media-App Clubhouse am Wochenende erzählt, dass er während der Ministerpräsidentenkonferenz zur Coronakrise »Candy Crush« spiele. Im Nachhinein sagte er dazu, dies sei kein Grund zur Aufregung und auch kein Geheimnis. Wenn man wisse, dass eine Ministerpräsidentenkonferenz zurzeit um die zehn Stunden dauere und viel Leerzeit beinhalte, »dann gebe ich gerne zu, dass der eine Sudoku spielt, der andere strickt oder häkelt oder sonst was macht – und ich eben Candy Crush spiele

Vor Ziemiak hatten Politiker mehrerer Parteien Ramelows Spielerei kritisiert. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Wenn sich bewahrheitet, dass Bodo Ramelow während der Ministerpräsidentenkonferenz Handyspiele spielt, dann sollte er sein Verhalten überprüfen.«

Thüringens CDU-Chef Christian Hirte bezeichnete Ramelows Verhalten als respekt- und verantwortungslos. »Entweder ist es Ausdruck von Arroganz der Macht oder Amtsmüdigkeit«, schrieb er am Sonntag. Der FDP-Fraktionsvize Michael Theurer stellte am Montag die Frage nach der »Selbstbeherrschung mancher Politiker«, wenn es um die App Clubhouse gehe.

An anderer Stelle hatte Ramelow in der App die Bundeskanzlerin als »das Merkelchen« bezeichnet – wofür er sich im Folgenden entschuldigte. Den Namen der Bundeskanzlerin zu verniedlichen sei »ein Akt männlicher Ignoranz« gewesen.

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In der App Clubhouse kann jeder Nutzer einen Raum öffnen, Menschen auf eine virtuelle Sprecherbühne holen und mit ihnen reden. Andere Nutzer können sich als Zuhörer dazuschalten.

ire/AFP
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