Gesichter als Zielscheibe Paul Ziemiak kritisiert Dosenwerf-Aktion bayerischer Jusos

Im EU-Wahlkampf haben bayerische Jusos ein Dosenwerfen veranstaltet, mit Fotos von Adolf Hitler, Annegret Kramp-Karrenbauer, Alice Weidel und anderen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ist empört.


Die Dosen waren mit einem Foto Adolf Hitlers beklebt, aber auch mit den Gesichtern der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, des CSU-Vizes Manfred Weber und der AfD-Politiker Alice Weidel und Jörg Meuthen: Die Jusos in der nordbayerischen Stadt Ansbach haben sich mit einem Dosenwerfspiel im Wahlkampf den Zorn der Unionsparteien zugezogen.

Auf einem Bild, das zuerst auf dem Facebook-Account der SPD-Europaabgeordneten Maria Noichl veröffentlicht wurde, war ein Turm von Blechdosen zu sehen, die unter anderem die Konterfeis von lebenden und verstorbenen Politikern zeigten.

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war auf eine Dose geklebt, ebenso ein "Fuck-Monsanto"-Sticker. Noichl schrieb dazu: "Ein super Infostand der JUSO Ansbach. Danke! Ihr seid Spitze!"

Ziemiak: "Willy Brandt und Helmut Schmidt würden sich schämen"

Inzwischen hat Noichl den Post gelöscht, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bewahrte ihn aber per Bildschirmfoto auf und teilte ihn bei Twitter. Er und mehrere Kollegen von CDU und CSU protestierten umgehend: "Ich fordere die SPD-Führung auf, sich von solchen Aktionen sofort und klar zu distanzieren", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. "Ihr schürt Hass in der Mitte der Gesellschaft. Otto Wels, Willy Brandt und Helmut Schmidt würden sich für Euch schämen."

"Die schäbigen Vergleiche und Spiele der Jusos sind völlig inakzeptabel", sagte Ziemiaks CSU-Kollege Markus Blume. Solche Aktionen ließen Anstand vermissen. "Wenn die SPD in Panik den demokratischen Grundkonsens in Frage stellt, belastet das den Koalitionsfrieden." Der Chef der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, fragte bei Twitter, was nur aus der "einst stolzen Volkspartei" SPD geworden sei - "erst sozialistische Enteignungsfantasien, jetzt jegliches Demokratieverständnis verloren".

Noichl entschuldigte sich alsbald für die Aktion: "Ich habe das zu Recht viel kritisierte Bild nun gelöscht und entschuldige mich für die Aktion, die Menschen verletzt hat. Dies war und ist nie meine Absicht oder die der Jusos Ansbach gewesen." Die Diskussion zeige ihr, dass sie die Aktion zunächst falsch eingeschätzt habe. Von den Jusos in Ansbach war zunächst niemand zu erreichen.

mst/cht/dpa



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