PDS-Bundesvorsitz Lothar Bisky will's nochmal wissen

In der Not, hatte Lothar Bisky angekündigt, stehe er noch einmal für ein Parteiamt zur Verfügung. Nun ist die Not offenbar groß genug. Der frühere PDS-Chef gab seine erneute Kandidatur für das Amt des Bundesvorsitzenden der Linkssozialisten bekannt.


Berlin - Seine Kandidatur kündigte der 61-jährige Bisky am Mittwoch in Berlin an. "Ich will, dass die sozialistische Politik dieser Partei fortgesetzt wird", begründete Bisky seine Entscheidung. Er zähle auf die Unterstützung der Parteimitglieder in den nächsten Jahren. Ein Grund für seine Entscheidung sei auch, dass Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Wolfgang Methling als stellvertretender Bundesvorsitzender bereit stehe.

Lothar Bisky tritt noch einmal als Parteichef an
REUTERS

Lothar Bisky tritt noch einmal als Parteichef an

Der neue Vorsitzende soll auf einem Sonderparteitag am 28./29. Juni in Berlin gewählt werden. Die Wahl ist notwendig, weil die umstrittene Parteichefin Gabi Zimmer nach monatelangen innerparteilichen Querelen nicht mehr antreten will. Bisky war bereits von 1993 bis 2001 als Nachfolger von Gregor Gysi Vorsitzender der PDS.

Zimmer erklärte, sie unterstütze Biskys Kandidatur und werde weiterhin politisch aktiv in der PDS tätig sein. Sie erwarte, dass Bisky den Vorsitz bis zur nächsten Bundestagswahl 2006 führt.

Die jüngste Führungskrise in der PDS war durch den erneut aufgeflammten Richtungsstreit zwischen Traditionssozialisten und Reformern im Vorstand ausgebrochen. Zimmer fühlte sich zunehmend durch ihren Stellvertreter Dieter Dehm und Bundesgeschäftsführer Uwe Hiksch politisch blockiert. Sie erklärte den Bundesvorstand daraufhin für handlungsunfähig und kündigte schließlich an, nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden zu kandidieren.

Bisky hatte Anfang 2001 nicht mehr für den Parteivorsitz kandidiert, nachdem er gemeinsam mit Gysi auf dem Münsteraner Parteitag der PDS Ende 2000 eine Niederlage einstecken musste. Damals verweigerte ihnen der Parteitag die Gefolgschaft für friedenserzwingende Maßnahmen in Ex-Jugoslawien. Gysi zog sich daraufhin als Vorsitzender der PDS-Bundestagsfraktion zurück.



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