PDS-SPD Gehrcke betätigt "Flirtversuche" - Abgeordnete dementieren

Der stellvertretende PDS-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gehrcke bestätigte am Samstag die "Flirtversuche" von SPD- und Grünen-Abgeordneten mit der PDS, dementierte aber die genannten Namen. Mit scharfen Worten wiesen einige der genannten Abgeordneten die PDS-Behauptungen zurück.


Wolfgang Gehrcke (PDS)

Wolfgang Gehrcke (PDS)

Berlin - Die Berliner SPD-Abgeordnete Renate Rennebach wies die Darstellung "mit Abscheu und Empörung" zurück. Sie sei überzeugte Sozialdemokratin. "Ich habe nicht die Absicht, die Partei zu verlassen", sagte sie am Samstag der dpa. Der Starnberger SPD- Abgeordnete Klaus Barthel nannte angebliche Wechselpläne "völlig abwegig" und aus der Luft gegriffen. "Ich fühle mich in der SPD nach wie vor gut aufgehoben."

Auch die Grünen-Abgeordnete Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt dementierte und sprach von "Hirngespinsten eines Dietmar Bartsch". "Ich schließe einen Wechsel zur PDS definitiv aus. Ich führe darüber auch keine Gespräche mit der PDS."

Gehrcke bestätigt "Flirtversuche"

Demgegenüber berichtete der PDS-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gehrcke der Nachrichtenagentur AP, dass sich einige Abgeordnete von SPD und Grünen schon seit langem fragen würden, ob sie in ihrer Partei noch richtig seien. Konkrete Gespräche über einen Parteiwechsel dementierte der PDS-Politiker jedoch, auch die genannten Namen.

Gehrcke nannte zum einen die Unzufriedenheit der Koalitionsabgeordneten mit der anstehenden Bundestagsentscheidung zu einer Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror-Krieg als Motiv. Unzufriedenheit mache sich aber auch bei einer ganzen Reihe von Entscheidungen der Regierung vom Bundeswehreinsatz in Mazedonien über die Sozialpolitik breit, sagte er. Das habe vereinzelt zu "Flirtversuchen" geführt.



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