Zur Ausgabe
Artikel 68 / 74
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Ex-SPD-Finanzminister Steinbrück verlor Geld mit Wirecard-Aktien

Zu den Opfern des Wirecard-Skandals zählt auch ein früherer Finanzminister: Peer Steinbrück, Ex-Kanzlerkandidat der SPD, investierte nach SPIEGEL-Informationen privat in Aktien des insolventen Konzerns.
aus DER SPIEGEL 39/2020
Peer Steinbrück: "Betrüger können einen immer an der Nase herumführen"

Peer Steinbrück: "Betrüger können einen immer an der Nase herumführen"

Foto: HC Plambeck

Als ehemaliger Bundesfinanzminister verfügt Peer Steinbrück, 73, über einschlägige Erfahrungen mit der Bewältigung von Finanzkrisen. Privat muss der Sozialdemokrat jedoch ohne staatlichen Rettungsschirm auskommen: Bei einem Investment in Aktien des inzwischen insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard hat Steinbrück offenbar eine fünfstellige Summe verloren.

Auf SPIEGEL-Anfrage bestätigte der gelernte Volkswirt, dass er vor anderthalb Jahren Wirecard-Aktien gekauft habe, die nun wertlos sind. Zur Höhe seiner Verluste – angeblich rund 30.000 Euro – wollte sich Steinbrück nicht äußern. "Dazu werden Sie von mir nichts hören, das ist Privatsache", sagte Steinbrück.

DER SPIEGEL 39/2020

Der QAnon-Kult

Wie aus einer irren Lüge die gefährlichste Bewegung unserer Zeit wurde

Zur Ausgabe

Der Sozialdemokrat war in Angela Merkels erster Großer Koalition Finanzminister. Zuvor war Steinbrück viele Jahre Landesminister in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Von 2002 bis 2005 war er Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Bei der Bundestagswahl 2013 trat Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat an. Er führte seine Partei zu 25,7 Prozent, was für eine erneute Regierungsbeteiligung reichte, allerdings nicht für die Kanzlerschaft.

Angesprochen auf die kriminellen Machenschaften des einst gefeierten Wirecard-Konzerns sagte Steinbrück, er habe sich einen solchen Betrug nicht vorstellen können. "Betrüger können einen immer an der Nase herumführen. Aber irgendwann geht das Ganze hoch."

Zugleich kritisierte der Ex-Minister jene Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die ebenfalls privat in Wirecard investiert hatten. "Das ist ein klarer Interessenkonflikt", so Steinbrück.

cte
Zur Ausgabe
Artikel 68 / 74
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel