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06. August 2013, 16:28 Uhr

Merkels DDR-Vergangenheit

Steinbrück wehrt sich gegen Diffamierungsvorwürfe

Der SPD-Kanzlerkandidat kann die Aufregung um seine Äußerungen über Angela Merkel nicht nachvollziehen. Peer Steinbrück hatte am Wochenende gesagt, es fehle der Kanzlerin wegen ihrer Vergangenheit an Leidenschaft für Europa. Nun wirft er der CDU vor, sich künstlich über seine Worte zu erregen.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück weist Vorwürfe zurück, er habe Kanzlerin Angela Merkel wegen ihrer DDR-Vergangenheit diffamieren wollen. Man solle wegen seiner Äußerungen über Merkels Vergangenheit "bitte nicht wieder in künstliche Erregungszustände verfallen", sagte Steinbrück am Dienstag in Frankfurt.

Steinbrück hatte am Sonntag in einer Diskussionsveranstaltung des Berliner "Tagesspiegels" kritisiert, der CDU-Chefin fehle es unter anderem wegen ihrer DDR-Herkunft an Leidenschaft für die Europapolitik. Der SPD-Kanzlerkandidat war auf eine Äußerung von 2011 angesprochen worden, in der er Merkels Europapolitik mit ihrer DDR-Herkunft in Zusammenhang brachte.

"Ich halte daran fest: Die Tatsache, dass sie jedenfalls bis 1989/1990 eine ganz andere persönliche und politische Sozialisation erlebt hat als die, die diese europäische Integration seit Anfang der fünfziger Jahre erlebt haben, beginnend mit den Montanverträgen, das spielt in meinen Augen schon eine Rolle", hatte Steinbrück am Sonntag gesagt. Er fügte aber auch hinzu: "Das will ich nicht missverstanden haben als Vorwurf, denn sie konnte sich ja nicht aussuchen, ob sie auf der östlichen oder westlichen Seite Deutschlands und Europas aufgewachsen ist."

Heftige Kritik von Konservativen und Linken

Daraufhin war Steinbrück von einer ungewöhnlichen Koalition aus CDU und Linken kritisiert worden. "Der SPD und dem Kanzlerkandidaten fällt scheinbar nichts mehr anderes ein als die Diffamierung ihrer Kontrahenten", sagte CDU-Fraktionschef Volker Kauder der "Rheinischen Post". Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sagte dem "Tagesspiegel": "Peer Steinbrück zeigt einmal mehr, dass er nicht nur die Bundeskanzlerin, sondern die Menschen in den neuen Ländern und ihre Geschichte nicht richtig kennt".

Noch deutlicher wurde Linken-Chef Bernd Riexinger: "Das ist eine bodenlose Unverschämtheit", wetterte er. "Das ist die schlimmste Entgleisung gegen Ostdeutsche seit Jahren."

Am Dienstag bekräftigte Steinbrück seine Kritik an der Europapolitik der Kanzlerin: "Frau Merkel ist dabei, das europapolitische Erbe von Helmut Kohl zu verspielen", sagte der Herausforderer.

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