Sachsen Pegida-Gründer Bachmann stellt Mitgliedsantrag bei der AfD

Lutz Bachmann zählt zu den führenden Köpfen der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung. Nun will der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Aktivist Mitglied der AfD werden.
Lutz Bachmann 2018 bei einer gemeinsamen Demo mit Vertretern der AfD in Chemnitz

Lutz Bachmann 2018 bei einer gemeinsamen Demo mit Vertretern der AfD in Chemnitz

Foto: Jens Meyer/ AP

Der Gründer der rechtspopulistischen Protestbewegung Pegida, Lutz Bachmann, will eigenen Angaben zufolge Mitglied der AfD in Sachsen werden. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Bachmann am Donnerstag einen Screenshot des online ausgefüllten Mitgliedsantrages. "Wenn es dafür notwendig ist, als Vorsitzender von Pegida zurückzutreten, werde ich es tun und in Zukunft als Gastredner - das Recht hab ich wohl - auftreten!", hieß es in dem Post.

Die AfD bezeichnete der Mitbegründer der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung als eine "Partei der Basisdemokratie". Zuvor hatten mehrere Medien über seine Ankündigung berichtet .

Bachmann habe - wie jeder andere Bürger - das Recht, einen Mitgliedsantrag auf Aufnahme in die AfD zu stellen, sagte der Sprecher der AfD Sachsen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Der zuständige Kreisverband werde wie mit anderen Mitgliedern ein Gespräch über die Aufnahme führen. "Sollte darüber Uneinigkeit herrschen, wird die Aufnahme im AfD-Landesvorstand Sachsen besprochen und schlussendlich entschieden."

Mehrere Pegida-Bewegungen auf Unvereinbarkeitsliste

Auf der Unvereinbarkeitsliste der Partei, die eine Mitgliedschaft in der AfD ausschließt, werden zwar die Pegida-Bewegungen in München, Franken und Nürnberg aufgeführt, nicht aber die 2014 in Dresden gegründete Pegida-Bewegung. Deren Chef Bachmann ist mehrfach vorbestraft - unter anderem wegen Volksverhetzung.

Das Verhältnis zwischen Pegida und der AfD gilt als zwiegespalten. Bisher lehnte die AfD Sachsen einen offiziellen Schulterschluss ab. Immer wieder treten aber AfD-Politiker auf Pegida-Demos auf, so sprach etwa der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke im Februar auf der 200. Pegida-Kundgebung in Dresden.

mes/dpa
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