Kundgebung in Dresden AfD-Abgeordneter Tillschneider dankt Pegida

Während einer Pegida-Kundgebung in Dresden hat sich der AfD-Politiker Tillschneider bei der fremdenfeindlichen Bewegung bedankt: Sie habe den Boden für eine neue Islampolitik der AfD geebnet.

Hans-Thomas Tillschneider in Dresden
DPA

Hans-Thomas Tillschneider in Dresden


Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider, Vertreter der rechten "Patriotischen Plattform", hat auf einer Kundgebung der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden das Wort ergriffen. Er bedankte sich am Montagabend dafür, dass Pegida den Boden für eine neue Islampolitik der AfD geebnet habe.

Tillschneider rief deutsche Patrioten auf, sich zu vereinen. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtete, schlug er außerdem Pegida-Chef Lutz Bachmann für das Bundesverdienstkreuz vor. Der war in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Dresden wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Beim AfD-Parteitag in Stuttgart hatte der Islamwissenschaftler Tillschneider dafür gesorgt, dass Passagen im Programm, die auf eine Reform des Islam abzielten, herausgenommen wurden. Tillschneider ist seit dem guten Abschneiden der AfD bei den vergangenen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt Abgeordneter im Landtag. Er hatte sich selbst als "eine Art Rudi Dutschke von rechts" bezeichnet.

Wie Bachmann ankündigte, sollen künftig weitere AfD-Politiker bei den Pegida-Kundgebungen in Dresden sprechen. Am Montag trafen sich dort nach Angaben der Forschungsgruppe Durchgezählt 2500 bis 3000 Menschen. Pegida-Anhänger gehen seit Oktober 2014 in Dresden fast wöchentlich auf die Straße und machen Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge, Politiker und Medien. Kleinere Ableger gründeten sich in mehreren Städten.

aar/dpa



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