Tausende bei Demo in Dresden Pegida-Organisator Bachmann keilt gegen AfD

Es sind wieder mehr Menschen zu Pegida gekommen: Am Montag nahmen 7700 an dem Wut-Marsch teil. Organisator Lutz Bachmann bezweifelt die Polizeiangaben - und wettert gegen die AfD.
Pegida-Chef Bachmann (Archiv): "Zeit den Eliten zu zeigen, wer hier das Sagen habe"

Pegida-Chef Bachmann (Archiv): "Zeit den Eliten zu zeigen, wer hier das Sagen habe"

Foto: DPA

Dresden/Hamburg - In der sächsischen Hauptstadt haben sich am Montagabend erneut Tausende Islamgegner und Wutbürger von Pegida versammelt. Nach Polizeiangaben waren es 7700 Menschen. Damit wuchs die Zahl der Demonstranten in Dresden wieder an, in der Vorwoche waren es laut Polizei 6500 Teilnehmer gewesen. Die Pegida-Organisatoren bezweifeln die Angaben der Polizei, sie sprechen stets von höheren Zahlen. Am Montag starteten sie deshalb eine eigene Zählung.

Jeder Teilnehmer sollte am Ende der Veranstaltung einen beliebigen Gegenstand, zum Beispiel Münzen oder Knöpfe, in grüne Tonnen hineinwerfen, kündigte Cheforganisator Lutz Bachmann an. Am Dienstagmorgen will dann ein von Pegida eigens angeheuerter Rechtsanwalt die Gegenstände zählen und so die Teilnehmerzahl bestimmen.

Allerdings sorgte die von Bachmann vorgestellte Methode bereits für Spott im Netz: In einem Video der "MOPO24" (hier sehen Sie den Beitrag ) ist zu sehen, wie eine Frau gleich fünf Münzen in eine der Tonnen wirft. Dies tut sie, während der Pegida-Jurist vor der Kamera erklärt, wie Betrug bei der Zählung verhindert werden soll.

Bachmann, der am Wochenende in Wuppertal eine herbe Niederlage einstecken musste, nutzte die Dresdner Bühne, um gegen die AfD auszuholen. Das berichten übereinstimmend regionale Medien. Die AfD habe "ihre Bodenhaftung verloren und schwimmt mittlerweile fleißig im Polit-Apparatschik-Strom mit", zitiert die "Leipziger Volkszeitung" Bachmann . Er störte sich insbesondere an der AfD-Meinung zum Kopftuchurteil. Karlsruhe hatte entschieden, dass Lehrerinnen künftig auch mit Kopftuch unterrichten dürfen, die AfD begrüßte das. Ob man noch Herr im Hause sei oder Fremder im eigenen Land, rief Bachmann laut MDR in die Menge: Es werde "Zeit den Eliten zu zeigen, wer hier das Sagen hat".

Die Beziehungen zwischen der rechtskonservativen Partei und Pegida galten lange Zeit als eng. Im Januar hatte es sogar ein Treffen mit der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag gegeben. Allerdings hatte sich die Partei von dem zwischenzeitlich nach Hitler-Selfies zurückgetretenen Bachmann distanziert. Bachmann wettert immer gegen die Politik und Parteien - zuletzt hatte er auch die Bemühungen einiger Pegida-Sympathisanten kritisiert, die sich mit CDU-Vertretern getroffen hatten.

Den Pegida-Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl in Dresden will Bachmann nun am 6. April benennen. An diesem Tag, dem Ostermontag, plant Pegida eine Großkundgebung, nach eigenen Angaben mit bis zu 30.000 Menschen. Sie soll in der Flutrinne stattfinden, einer Hochwasserschutzanlage am Elbufer. Es gibt Berichte, dass dann auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders nach Dresden kommen könnte. Pegida hat das bisher weder dementiert noch bestätigt.

heb