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Pegida in Dresden: Eine halbe Stunde mit Geert

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Pegida in Dresden Zehntausend wollten Wilders sehen

Pegida hatte beim Auftritt von Geert Wilders in Dresden auf 30.000 Teilnehmer gehofft. Aber dann wollten doch viel weniger Menschen dem niederländischen Rechtspopulisten zuhören.

Das war wohl eher ein enttäuschender Auftritt: Nach 25 Minuten verließ der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders am Montagabend schon wieder die Bühne in der Dresdner Flutrinne und wurde mit einer Wagenkolonne zurück zum Flughafen gebracht. Zuvor hatte Wilders in seiner Rede moniert, die meisten Politiker und Medien verschlössen ihre Augen vor den Gefahren der Islamisierung. Zugleich kritisierte er Kanzlerin Angela Merkel für ihren Satz, der Islam gehöre zu Deutschland.

Die islamfeindliche Pegida-Bewegung hatte wegen ihres illustren Gastredners mit rund 30.000 Teilnehmern gerechnet. Doch mit geschätzt etwa 10.000 Besuchern blieb die Kundgebung weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Wilders ist Gründer und Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV) in den Niederlanden.

Zuvor hatten nachmittags mehr als tausend Menschen unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt" mit einem Sternlauf gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine weltoffene Stadt demonstriert. Laut Polizei, die mit rund tausend Beamten im Einsatz war, verliefen sämtliche Kundgebungen friedlich.

Am kommenden Montag wollen die Islamkritiker ihren sogenannten "Abendspaziergang" aussetzen - aus organisatorischen Gründen, wie es hieß. An den vergangenen Montagen hatten nur noch einige Tausend Menschen an den Kundgebungen teilgenommen, vor einer Woche waren es nach Polizeiangaben 7100. In Spitzenzeiten mobilisierte die Pegida-Bewegung im Januar rund 25.000 Anhänger.

Wilders' Auftritt war auf breiten Protest gestoßen. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte, damit offenbarten die Pegida-Organisatoren ihre rechtspopulistische Gesinnung. Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sagte: "Die Bewegung zeigt damit ihr wahres Gesicht: intolerant, ausländerfeindlich, islamophob."

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir rief die demokratischen Parteien auf, gegen Pegida zusammenzustehen. Die Einladung Wilders' mache deutlich, dass diese versuchten, sich in Europa zu vernetzen, sagte er am Rande einer Gegenkundgebung in Dresden.

als/dpa/Reuters
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