Bundestag beschließt mehrere Änderungen Fingerabdruck-Pflicht auf Personalausweis kommt

Zwei Fingerabdrücke, digitale Fotos, ein "X" auf dem Reisepass für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen: Der Bundestag hat Änderungen für Personalausweise und Pässe beschlossen.
Die Speicherung von zwei Fingerabdrücken auf dem Personalausweis soll künftig verpflichtend sein

Die Speicherung von zwei Fingerabdrücken auf dem Personalausweis soll künftig verpflichtend sein

Foto: JENS MEYER/ AP

Neue Personalausweise müssen ab August des kommenden Jahres zwei Fingerabdrücke enthalten. Mit diesem Bundestagsbeschluss setzt Deutschland europäisches Recht um.

Auch für die Passbilder werden demnach neue Vorgaben gelten – allerdings erst ab Mai 2025. Sie müssen dann ausschließlich digital erstellt und auf sicherem Weg an die Passbehörde übermittelt oder gleich vor Ort gemacht werden. Das gedruckte Foto aus dem Automaten oder vom Fotografen kann man dann also nicht mehr einfach selbst mitbringen. Das soll den Ausweis fälschungssicherer machen.

Im Reisepass können Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, künftig ein "X" anstatt eines "M" oder "F" eintragen lassen. Diese Neuerung soll schon früher in Kraft treten. Wenn der Bundesrat zustimmt und der Bundespräsident das Gesetz zügig unterzeichnet, könnte das noch im laufenden Jahr geschehen.

Wer sich bei den deutschen Behörden als divers oder ohne Geschlecht hat registrieren lassen, soll dennoch im Pass auch weiterhin an der bisherigen Geschlechtsangabe festhalten können. Das soll dem Schutz vor möglicher Diskriminierung beim Grenzübertritt dienen.

Kinderreisepässe bleiben statt bislang sechs Jahre nur noch ein Jahr gültig – allerdings mit der Möglichkeit von Verlängerungen um jeweils ein Jahr. Biometrietaugliche Pässe gelten hingegen weiterhin sechs Jahre.

bah/dpa
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