Personalkarussell Olaf Scholz soll SPD-General werden

Der Hamburger SPD-Chef Olaf Scholz wird offenbar Nachfolger von SPD-Generalsekretär Franz Müntefering. Der Schröder-Intimus gilt als ehrgeiziger Pragmatiker.


Olaf Scholz bei seiner Ernennung zum Hamburger Innensenator im Mai 2001
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Olaf Scholz bei seiner Ernennung zum Hamburger Innensenator im Mai 2001

Berlin - Aus Parteikreisen hieß es am Dienstagabend, die Benennung des 44-jährigen Scholz solle am Montag von den Spitzengremien der SPD bestätigt werden. Gewählt werden solle Scholz auf dem SPD-Parteitag am 20. Oktober, auf dem auch das Ergebnis der rot-grünen Koalitionsverhandlungen abgesegnet werden soll. Scholz übernimmt mit dem Amt einen der höchsten und wichtigsten Posten in seiner Partei.

Scholz ist Abgeordneter des neuen Bundestages. Erneut gewann er seinen Wahlkreis Hamburg-Altona. Seit mehr als zwei Jahren steht er an der Spitze der Hamburger SPD. Von Mai bis September 2001 war er für kurze Zeit Innensenator in der Hansestadt, bevor es in der Hansestadt zum Machtwechsel kam. Scholz kommt ursprünglich vom linken Flügel seiner Partei. Gute Kontakte pflegt er seit seiner Zeit bei den Jusos auch zu Bundeskanzler Gerhard Schröder. Dessen Politik unterstützt er seit 1998 auch schon mal gegen den Widerstand des linken SPD-Flügels in Hamburg.

Der Generationenwechsel in der Partei ist mit der Benennung von Scholz ein Stück vorangekommen. Die Partei zusammenzuhalten, ist nun seine Aufgabe. Der Frust, der entstehen kann, wenn etwa die rot-grüne Bundesregierung Einschnitte bei Sozialversicherungen verkündet, muss in Zaum gehalten werden. Dass Scholz Schröder dabei in die Parade fährt, muss dieser nicht befürchten: Der Fachanwalt für Arbeitsrecht bezeichnet sich zwar als "Sozialpolitiker als Leidenschaft". Er ist aber auch einer aus der Riege der jungen, ehrgeizigen Pragmatiker in der SPD.



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