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Ernennung im Schloss Bellevue Altmaier ist neuer Umweltminister

Norbert Röttgen geht, Peter Altmaier kommt: Bundespräsident Joachim Gauck hat dem geschassten Umweltminister seine Entlassungsurkunde überreicht, sein Nachfolger erhielt im Schloss Bellevue dagegen das Dokument für den Start ins neue Amt. Kanzlerin Merkel und Röttgen gaben sich die Hand.

Berlin - Ein kurzes Händeschütteln mit Angela Merkel, das war's dann auch schon für Norbert Röttgen am Dienstag im Schloss Bellevue, Worte tauschten die beiden vor den laufenden Kameras nicht aus. Röttgen ist jetzt auch offiziell kein Umweltminister mehr, Bundespräsident Joachim Gauck überreichte ihm die Entlassungsurkunde.

Röttgen habe sich mit seinem Einsatz für den Klimaschutz "einen Namen gemacht", sagte Gauck. Er habe früher als andere erkannt, "dass es Zeit für die Energiewende ist".

Gauck machte deutlich, dass er sich weiter eine öffentliche Rolle für den entlassenen Minister wünscht. Er dankte Röttgen für seinen langen "Einsatz für das Gemeinwohl" und fügte hinzu: "Ich wünsche mir, dass Sie das auch in Zukunft tun können." Der Präsident ging indirekt auch auf die Umstände von Röttgens Entlassung ein. Die "republikanische Normalität des Wechsels" gelte auch bei "sehr schwierigen Entscheidungen", sagte Gauck. In Demokratien sei Verantwortung immer "Verantwortung auf Zeit".

Alles ganz normal also. Für Röttgen natürlich nicht: Die Entlassungsurkunde setzt den Schlusspunkt unter seine Amtszeit. Trotzdem bemühte er sich um ein Lächeln. "Danke für Ihre Worte", sagte Röttgen. Er bleibt Bundestagsabgeordneter und ist weiter CDU-Vizevorsitzender.

Bundeskanzlerin Merkel hatte Gauck vergangenen Mittwoch darum gebeten, Röttgen nach der Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen von seinen Aufgaben als Bundesumweltminister zu entbinden. Es ist der erste Rauswurf eines Ministers in Merkels fast siebenjähriger Amtszeit. In ihrer kurzen Erklärung zur Entlassung hatte Merkel vergangene Woche lediglich gesagt, sie wolle im Umweltministerium angesichts der zentralen Bedeutung der Energiewende einen Neuanfang.

Peter Altmaier, Röttgens Nachfolger, erhielt von Gauck in Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde. Er wünsche ihm eine "glückliche Hand", sagte Gauck zu Altmaier.

Der für seine Internetaffinität bekannte Altmaier kündigte gleich am Dienstag eine seiner ersten Amtshandlungen an: Am Mittwoch erhalte das Umweltministerium einen eigenen Twitter-Account, twitterte Altmaier.

Die Amtsübergabe im Bundesumweltministerium soll nach Angaben einer Sprecherin intern erfolgen. Wann der CDU-Politiker Altmaier seinen Amtseid im Bundestag ablegen wird, ist laut Bundestagsverwaltung noch offen.

Der bisherige Unionsfraktionsgeschäftsführer Altmaier wird der siebte Bundesumweltminister, die Hauptaufgabe des 53-Jährigen liegt in der Umsetzung von Energiewende und Atomausstieg. Er gilt als ein enger Vertrauter von Kanzlerin Merkel.

hen/dpa/Reuters