Politologe und linker Aktivist Peter Grottian ist tot

Der Politikwissenschaftler Peter Grottian ist gestorben. Neben der Lehre war er vor allem für sein Engagement in diversen politischen Initiativen bekannt.
Peter Grottian bei einem Auftritt vor Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 im Mai 2011

Peter Grottian bei einem Auftritt vor Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 im Mai 2011

Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpa

Der Politologe und linke Aktivist Peter Grottian ist tot. Das erfuhr die "taz" von Mitstreitern und Freunden des Verstorbenen.   Grottian war bis 2007 zwei Jahrzehnte lang Professor am Otto-Suhr-Insititut der Freien Universität Berlin.

Im Jahre 2004 sorgte er für Schlagzeilen, als er zum Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr aus Protest gegen soziale Ungerechtigkeit aufrief. Und dafür vor Gericht kam.

Aber auch nach seiner Emeritierung blieb Grottian politisch aktiv und engagierte sich in zahlreichen politischen Initiativen. In den letzten Jahren unter anderem gegen das unter Krebsverdacht stehende Pestizid Glyphosat. Er unterstützte auch das Berliner Volksbegehren zur Enteignung großer Immobilienkonzerne. Immer wieder forderte er, dass sich außerparlamentarische Initiativen vernetzen und radikal bleiben.

"Blackrock-Tribunal"

Ende September hatte Grottian noch das von linken Gruppierungen organisierte "Blackrock-Tribunal" auf dem Campus der Freien Universität mitinitiiert. Dort wurde der Finanzdienstleister Blackrock untersucht, bei dem der CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz lange im Aufsichtsrat saß.

Grottian starb nach Angaben aus seinem Umfeld am Donnerstagabend in einem Krankenhaus in Bregenz. Er wurde 78 Jahre alt.

bmo
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