Gefälschter Lebenslauf Essener SPD fordert Bundestagsabgeordnete Hinz zum Rücktritt auf

"30 Jahre eine falsche Biografie aufgetischt": Die SPD in Essen reagiert auf die Fälschungen im Lebenslauf von Petra Hinz. Die Bundestagsabgeordnete solle ihr Mandat sofort abgeben.

Sie hatte erfundene Angaben in ihrem Lebenslauf zugegeben. Jetzt hat die SPD in Essen die Bundestagsabgeordnete Petra Hinz aufgefordert, ihr Mandat "sofort niederzulegen". Er erwarte, dass Hinz (54) "dieser Aufforderung unverzüglich nachkommt", teilte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) als Vorsitzender des Unterbezirks mit. "Wir alle sind schockiert, dass Petra Hinz uns 30 Jahre lang eine falsche Biografie aufgetischt hat", sagte er.

Hinz habe damit "sich selbst, aber auch der SPD großen Schaden zugefügt". Hinz' Anwalt hatte zuvor bestätigt, dass die langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete mehrere falsche Angaben in ihrem Lebenslauf gemacht hatte: Sie habe weder Abitur gemacht, noch Jura studiert und auch keine juristischen Staatsexamina abgelegt. Hinz hatte kürzlich angekündigt, nicht wieder für den Bundestag kandidieren zu wollen. Für eine Stellungnahme zur Rücktrittsforderung war sie zunächst nicht zu erreichen.

Von Seiten der Bundestagsverwaltung gebe es "keinen Ansatzpunkt für rechtliche Konsequenzen" wegen des gefälschten Lebenslaufes, teilte ein Sprecher in Berlin mit. Hinz ist seit 2005 Mitglied im Bundestag. Der Bundestag veröffentliche auf der Internetseite und im Amtlichen Handbuch biografische Informationen, die er von den Abgeordneten erhalte. Jeder Abgeordnete sei für seine Angaben selbst verantwortlich. Gebe es Zweifel an Darstellungen, setze sich die Bundestagsverwaltung mit dem jeweiligen Politiker in Verbindung.

Auch Christine Lambrecht, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Bundestag, meldete sich zu Wort: "Wir sind überrascht und enttäuscht über das Eingeständnis unserer Kollegin Petra Hinz", sagte sie. "Gerade in der SPD zählen nicht Hochschul- und Studienabschlüsse, sehr wohl aber Vertrauen und Glaubwürdigkeit." Hinz müsse jetzt "alles Erforderliche tun, um weiteren Schaden von der Politik und ihren Kolleginnen und Kollegen, aber auch von sich selbst, abzuwenden".

kev/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.