Kurz und knapp Die Nachrichten vom Wochenende

Sie waren Pfingsten offline? Die wichtigsten Nachrichten im Überblick.


  • Scholz schlägt Kanzlerkandidatur aus
SPD-Politiker Scholz, Gabriel
AFP

SPD-Politiker Scholz, Gabriel

Zwei oder drei Bewerber wünscht sich SPD-Chef Sigmar Gabriel im Kampf um die Kanzlerkandidatur seiner Partei. Doch SPD-Vize Olaf Scholz will nicht gegen den Vorsitzenden antreten. Gabriel sei "der natürliche Kanzlerkandidat", sagte der Hamburger Bürgermeister den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Gabriel hatte sich zuvor in einem Interview mit dem SPIEGEL für eine offene Debatte über einen Kanzlerkandidaten seiner Partei ausgesprochen. (Hier lesen Sie das vollständige Interview.)

  • Peinliches TV-Duell in Österreich
Politiker Van der Bellen, Hofer
DPA

Politiker Van der Bellen, Hofer

In einer Woche wird in Österreich ein neuer Präsident gewählt. Bei einem TV-Duell ohne Moderator und Regeln (hier geht es zur Kurzkritik) zeigten beide Kandidaten, wie sehr sie einander verachten: Rechtspopulist Norbert Hofer, 45, von der FPÖ bezeichnete seinen Konkurrenten Alexander Van der Bellen, 72, von den Grünen als Oberlehrer und Nachplapperer. Van der Bellen zeigte Hofer einen "Scheibenwischer", fuchtelte also vor der Stirn mit der Hand hin und her. Ein Gewinn für die Demokratie war diese Sendung nicht. (Hier können Sie das TV-Duell in kompletter Länge sehen.)

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Präsidentenwahl in Österreich: "Beide blamiert, Amt beschädigt"
  • Londons Ex-Bürgermeister vergleicht EU mit Hitler
Boris Johnson mit Parteifreund David Cameron (im Hintergrund)
AP

Boris Johnson mit Parteifreund David Cameron (im Hintergrund)

In Deutschland hat man normalerweise Hemmungen bei Hitlervergleichen. Boris Johnson, Londons Ex-Bürgermeister und europakritischer Spitzenpolitiker der britischen Konservativen, gab sich am Sonntag weniger zurückhaltend. Die EU sei zum Scheitern verurteilt, sagte er dem "Sunday Telegraph". "Napoleon, Hitler, diverse Leute haben das versucht, und es endet tragisch." Das Problem sei, dass es keine Loyalität zur europäischen Idee gebe. Ob das die Mehrheit seiner Landsleute auch so sieht, wird sich beim Referendum über einen EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit") am 23. Juni zeigen.

  • Frankreich diskutiert über Sexismus
Christine Lagarde
REUTERS

Christine Lagarde

"Wir werden nicht mehr schweigen", das ist die Botschaft von 17 französischen Spitzenpolitikerinnen. Unter ihnen: die ehemalige Wirtschafts- und Finanzministerin und heutige IWF-Chefin Christine Lagarde. Im "Journal du Dimanche" veröffentlichten sie am Sonntag einen Aufruf gegen Sexismus. Darin zitieren die Frauen Sprüche, die sie im Job ertragen mussten. Unter anderem: "Dein Rock ist zu lang, der muss gekürzt werden" oder "Trägst du einen String?". Es gelte, männliches Fehlverhalten in Zukunft offensiver anzuprangern, heißt es in dem Appell. Und vor allem: "Schluss mit der Straffreiheit."

  • Deutschland wird Letzter beim Eurovision Song Contest
Deutsche Teilnehmerin Jamie-Lee
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Deutsche Teilnehmerin Jamie-Lee

Schon wieder Letzter! Wie bereits 2015 schnitt Deutschland auch beim diesjährigen Eurovision Song Contest grottenschlecht ab (hier unsere TV-Kritik). Nach Ende der Sendung kam im Netz sofort Unmut auf - vor allem die Vermutung, die schlechte Platzierung habe mit Deutschlands allgemeiner Unbeliebtheit im Ausland zu tun. Vielleicht war aber auch einfach diese K-Pop-Nummer zu nischig für Jurys und Publikum? Gewonnen hat übrigens die Ukraine, was in Russland für Unmut sorgte. Alle Platzierungen finden Sie hier:

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Eurovision Song Contest: Die Platzierungen in Bildern
  • Stuttgart steigt ab, Werder rettet sich
VfB-Spieler
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VfB-Spieler

Fußballbundesligist VfB Stuttgart ist nach 39 Jahren Erstklassigkeit in die zweite Liga abgestiegen. Dagegen rettete sich Werder Bremen durch einen knappen 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Die Hessen müssen nun in zwei Relegationsspielen gegen Nürnberg um den Verbleib in der Bundesliga kämpfen. In der zweiten Liga steigen der FSV Frankfurt und der SC Paderborn ab (hier die Tabelle vom 34. Spieltag).

  • Erika Berger ist tot
Erika Berger
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Erika Berger

Sie war eine der ersten, die den Deutschen ihre Sexualität erklärt hat. Nun ist Erika Berger tot (eine Erinnerung an ihre Sprüche und Ratschläge finden Sie hier). Am Sonntag starb die TV-Moderatorin im Alter von 76 Jahren in Köln. Berger war in den Achtzigerjahren durch die RTL-Sendung "Eine Chance für die Liebe" bekannt geworden, in der sie Telefonanrufern deren Sex-Fragen beantwortete. Sie plauderte bereits in einer Zeit offen und natürlich über Seitensprünge, Erektionsprobleme und Orgasmen, als dies im deutschen Fernsehen noch nicht selbstverständlich war.

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Erika Berger: Die Sexualberaterin der Nation
  • Debakel für Mercedes beim Großen Preis von Spanien
Unfall der beiden Mercedes-Fahrer
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Unfall der beiden Mercedes-Fahrer

Beim Formel-1-Rennen in Barcelona kam es zu einem spektakulären Unfall. Die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg beförderten sich bereits in der ersten Runde gegenseitig von der Strecke und mussten ihre demolierten Fahrzeuge stehen lassen. Nutznießer war der erst 18-jährige Max Verstappen aus den Niederlanden, der den ersten Erfolg seiner Karriere feiern konnte. Er ist damit der jüngste Formel-1-Gewinner eines Grand Prix, den es je gab (alles Wichtige zum Rennen hier im Kurzüberblick).

  • Deutsche Sensation in Cannes?
Szene aus "Toni Erdmann"
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Szene aus "Toni Erdmann"

Kennen Sie Toni Erdmann? Vermutlich nicht. Aber es lohnt, sich den Namen zu merken. So heißt nämlich die Tragikomödie der deutschen Regisseurin Maren Ade, die gerade bei den Filmfestspielen in Cannes für Begeisterung sorgt (hier unsere Kurzkritik). Es geht um die Geschichte eines Vaters, der seine Tochter - Unternehmensberaterin im Rumänieneinsatz - besucht und erst einmal bestürzt ist. Also kommt er wieder, diesmal aber als sein Alter Ego Toni Erdmann. Und die Dinge nehmen eine komplett andere Wendung. "La sensation allemande" nennt die französische Presse den Film, die deutsche Sensation. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ade eine Goldene Palme mit nach Hause nimmt. (Unser Interview mit der Regisseurin lesen Sie hier.)

ssu/joe/chs/rae

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