Bericht 62.500 ausländische Pflegekräfte arbeiten in Deutschland

Gesundheitsminister Spahn will den Personalmangel in der Pflege durch Anwerbung in anderen Staaten lösen. Laut einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit stammen sechs Prozent aller Pflegekräfte aus dem Ausland.

Krankenschwester betreut Patienten
DPA

Krankenschwester betreut Patienten


In deutschen Pflegeheimen und Krankenhäusern arbeiten einer Auswertung zufolge rund 62.500 Pflegefachkräfte aus dem Ausland. Das seien etwas mehr als sechs Prozent aller Pflegekräfte, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Der Anteil ist demnach in den Bundesländern sehr unterschiedlich: In Schleswig-Holstein betrage er vier Prozent, in Baden-Württemberg dagegen 15 Prozent.

In der "Welt" nannte die pflegepolitische Sprecherin der FDP, Nicole Westig, die Zahl der bislang aus dem Ausland angeworbenen Pflegekräfte "nicht mal einen Tropfen auf den heißen Stein". Sie forderte die Bundesregierung auf, für einfachere Zugänge zum deutschen Arbeitsmarkt zu sorgen. "Aus unserer Sicht sind vor allem die Anerkennungsverfahren der Ausbildungsabschlüsse und der Arbeitserlaubnis zu bürokratisch, kompliziert und langwierig", kritisierte die FDP-Politikerin.

Westig forderte eine bundesweit zentrale Stelle für die Zulassung der Fachkräfte. Das Bundesgesundheitsministerium und das Arbeitsministerium erklärten laut der Zeitung, eine Arbeitsgruppe arbeite derzeit an Vorschlägen, bürokratische Hürden abzubauen.

Fast 40.000 Arbeitskräfte fehlen in der Pflege in Deutschland. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will deshalb die Fachkräfteanwerbung in anderen Staaten weiter ausbauen. Zuletzt hatte eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung untersucht, wie die neuen Mitarbeiter, die größtenteils aus ost- und südeuropäischen Ländern außerhalb der EU oder von den Philippinen stammen, im Arbeitsalltag ankommen. Das Ergebnis: Sowohl die neu migrierten als auch die einheimischen Beschäftigten sind oft unzufrieden mit der Zusammenarbeit.

eth/AFP



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