Pieper kontert Kubicki "Er hat nicht den Arsch in der Hose"

FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat die Generalsekretärin der Liberalen, Cornelia Pieper, zum Rücktritt aufgefordert. Im Garten von Pieper hatte die Polizei Reste einer Cannabis-Pflanze gefunden. Pieper reagierte in deftiger Sprache auf Kubicki.


Cornelia Pieper
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Cornelia Pieper

Hamburg - Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef hatte nach dem Cannabis-Fund auf Piepers Grundstück gegenüber der "Bild"-Zeitung gesagt: "Dieser Vorgang zeigt wieder einmal, wie naiv Frau Pieper ist. Sie ist liebenswert, aber in ihrer Funktion definitiv überfordert."

Pieper wies die Kritik Kubickis ungewöhnlich scharf zurück. Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte sie, Kubicki habe "nicht den Arsch in der Hose, einem direkt ins Gesicht zu sagen, was er von einem hält".

Am Freitag hatte die Polizei im Garten von Piepers Haus in Halle Reste einer Cannabis-Pflanze gefunden. Zuvor hatte die Politikerin in einem Interview des "Stern" gesagt, es handele sich um eine "Aufzucht" ihres Sohnes Maximilian. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ermittlungen gegen den 18-Jährigen eingeleitet.

Seit langem gilt Kubicki als einer der heftigsten innerparteilichen Gegner Piepers. Zuletzt hatte er das Auftreten der sachsen-anhaltischen Landeschefin als "ohne jegliche politische Substanz" kritisiert.

Westerwelle wies die Kritik Kubickis an Pieper mit dem Hinweis auf das erfolgreiche Abschneiden der Liberalen bei den Kommunalwahlen in Brandenburg vom Sonntag zurück. Der deutliche Zuwachs für die FDP sei auch "ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit" Piepers. Westerwelle sprach von einem "guten Omen für den liberalen Erfolg bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr". Der FDP-Chef betonte: "Cornelia Pieper arbeitet kompetent und sympathisch, was nicht nur von den Bürgern in Ostdeutschland geschätzt wird."



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