Eklat auf Piratenparteitag "Ich bin zur AfD gewechselt!"

Mini-Krimi auf dem Piratenparteitag: Die Wahl des Nachfolgers von Johannes Ponader gestaltet sich kompliziert. Ein Bewerber zog seine Kandidatur spontan zurück, ein anderer warb für die Anti-Euro-Partei AfD und wurde unter Gejohle von der Bühne gejagt.
Piratenfahne: Überraschungen bei der Wahl des neuen Politischen Geschäftsführers

Piratenfahne: Überraschungen bei der Wahl des neuen Politischen Geschäftsführers

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

Da wollte jemand mal den ganz großen Auftritt haben. Der Basispirat Christian Jacken, Kandidat für das freigewordene Amt des Politischen Geschäftsführers bei den Piraten, hat auf offener Bühne für den Übertritt zur AfD geworben. Er sei vor kurzem zur eurokritischen "Alternative für Deutschland" gewechselt, weil er mit dem proeuropäischen Kurs der Piraten nicht zufrieden sei, rief er ins Mikrofon.

Jacken erntete Buhrufe, Gejohle und Pfiffe - auf eine Kandidatenbefragung wollte die Basis verzichten, der Pirat kletterte fluchend von der Bühne. Auf dem Weg durch die Reihen reckte er die Faust nach oben und brüllte mit heiserer Stimme: "Ich mache das, weil ich Pirat bin!"

Einige Piraten reagierten gewohnt rüde: "Kann man den AfD-Troll nachher an der Grillstation zwischen zwei Semmelhälften kaufen? Meine Ratte hat Hunger", twitterte ein Basismitglied. Andere empörten sich darüber, dass jemand seine Kandidatenvorstellung nutze, um für die eurokritische Splitterpartei zu werben. Die Piratenpartei akzeptiert als einzige bundesweit relevante Partei Doppelmitgliedschaften.

Für eine weitere Überraschung sorgte der bayerische Pirat Andreas Popp. Er zog seine Bewerbung gleich ganz zurück. Er sagte, er wolle damit die Wahlchancen für die Niedersächsin und Datenschützerin Katharina Nocun erhöhen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die 26-Jährige die nächste Politische Geschäftsführerin der Piraten wird.

amz
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