Plagiatsaffäre Guttenberg spricht von Missverständnis

Der frühere Verteidigungsminister Guttenberg wehrt sich standhaft gegen den Vorwurf, er habe in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht. Nach SPIEGEL-Informationen spricht er in einer Stellungnahme an die Prüfungskommission der Universität Bayreuth von einem Missverständnis.
Karl-Theodor zu Guttenberg: Vertrauliches Verfahren

Karl-Theodor zu Guttenberg: Vertrauliches Verfahren

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Karl-Theodor zu Guttenberg kämpft weiter gegen den Ruf des Abschreibers. Nachdem ihm die Universität Bayreuth am 23. Februar 2011 den Doktortitel aberkannt hatte, nahm er jetzt gegenüber der Hochschule Stellung. Besonders die Inanspruchnahme des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags steht in der Kritik. Guttenbergs Position dazu: Die Arbeiten der Einrichtung habe er nur für seine Abgeordnetentätigkeit verwendet. Sie seien überwiegend in den Jahren 2003 und 2004 entstanden, die Dissertation habe er 2006 abgegeben. Aus dieser zeitlichen Abfolge lasse sich jedoch nicht auf ein vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten schließen.

Nach SPIEGEL-Informationen erinnerte Guttenberg auch daran, dass das Prüfverfahren der Kommission vertraulich sei. Er bat darum, darauf hinzuweisen, dass er der Veröffentlichung des Ergebnisses zugestimmt habe. Die Kommission hatte dem CSU-Politiker Anfang April die Möglichkeit gegeben, erneut zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, unter anderem zu den Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste, die er in seiner Dissertation verwendet hatte.

Guttenbergs Einlassung war am vergangenen Dienstag kurz vor Ende der Frist per Fax eingegangen. Aus der Kommission hieß es nach der Lektüre der relativ kurzen Erklärung, dass die Einlassung des Ex-Ministers wohl nichts am Ergebnis ihrer Prüfung ändern werde.

Guttenberg hatte in seiner Doktorarbeit zu großen Teilen fremde Texte verwendet, ohne dies anzugeben. Er hat zwar einen Vorsatz bestritten, räumte aber schwere Fehler ein. Die begründete er zum Teil mit der Belastung durch die Doktorarbeit, sein Familie und den Beruf. Von seinem Amt als Verteidigungsminister ist der CSU-Politiker am 1. März zurückgetreten. Außerdem legte Guttenberg alle politischen Ämter nieder.

rom
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