Plagiatsaffäre SPD und Grüne wollen Guttenberg im Parlament stellen

Der Druck auf Verteidigungsminister Guttenberg wächst: Grüne und SPD haben eine Aktuelle Stunde im Bundestag zu den Plagiatsvorwürfen gegen den CSU-Politiker angekündigt. In der Affäre um Guttenbergs Dissertation geht es inzwischen auch um möglichen Amtsmissbrauch.

Minister Guttenberg: Auskunft vor dem Bundestag
DPA

Minister Guttenberg: Auskunft vor dem Bundestag


Berlin - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss in der Affäre um seine Dissertation im Parlament Stellung beziehen: Die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen wollen die Plagiatsvorwürfe gegen den CSU-Politiker in dieser Woche zum Thema im Bundestag machen. "Es wird eine Aktuelle Stunde geben", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Und er wird in der Fragestunde des Bundestags eingehend befragt werden." Letzteres kündigte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, an.

Oppermann betonte, er rechne mit einem Rücktritt Guttenbergs. "Die Beweise sind erdrückend." Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), erklärte der Zeitung hingegen: "Die CSU hält an Guttenberg fest. Alles andere wäre auch töricht. Einen Politiker wie Guttenberg zu haben, ist für eine Partei wie ein Sechser im Lotto - auch bei solchen Vorwürfen. Denn das sind Vorwürfe, bei denen es um Fußnoten geht und nicht um Politik."

Guttenberg wird zur Last gelegt, zahlreiche Passagen seiner Doktorarbeit aus Werken anderer Autoren kopiert zu haben - immer neue Vorwürfe wurden bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen gab der CSU-Politiker im Jahr 2004 beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags eine Ausarbeitung in Auftrag. Das zehnseitige Papier übernahm er fast unverändert in seine Doktorarbeit - obwohl Abgeordnete den Wissenschaftlichen Dienst eigentlich nur für mandatsbezogene Arbeit nutzen dürfen.

Damit geht es in der Affäre nicht mehr allein um den Vorwurf, Guttenberg habe sich für seine Dissertation bei anderen Autoren bedient, ohne diese korrekt als Quelle zu nennen, sondern nun auch um den Verdacht des Amtsmissbrauchs.

insgesamt 8925 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ewsz 16.02.2011
1. Nein, sicher nicht ...
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Davon ist nicht auszugehen. Er ist nach wie vor telegen, hat eine schicke Frau, ist adelig und kann drei Sätze frei sprechen, ohne allzu verbindlich zu werden. Alles in Butter ...
mickimücke 16.02.2011
2. ch glaube eher nicht.
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Werden Sie ihm schaden? Ich glaube eher nicht. Ausgerechnet der Mann, der in seiner Doktorarbeit abschreibt nennt einen Mann wie Wilders einen Scharlatan! Aber welchen Wert haben schon die Worte des "von und zu`s" noch ? Keinen
vatsug 16.02.2011
3. Praktikum
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Nein, der Dr. zu Guttenberg wird mit seinem Freund Kerner ein Praktikum auf der Gorch Fock absolvieren und anschliessend zum Admiral befördert. Dann werden ihn Bild, Bunte, Focus zum nächsten Kanzler aufbauen , das deutsche Volk wird jubeln und ihn wählen und das wars.
lalito 16.02.2011
4. Aller guten Dinge sind drei!
Na, wenn er jetzt den dritten, innerhalb eines Tages, zum Thema veröffentlichten Strang auch noch liest, oder lesen lässt, dann könnt er schon einen dauerhaften Schaden davontragen ;-))
Florian Geyer, 16.02.2011
5. Da wird jemand gezielt "angepinkelt"
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Nein, höchstens kurzfristig. Schon die Kunduzaffäre hat ihm zurecht nicht geschadet, er war noch nicht im Amt. Die Gorch Fock Affäre, den Unglücksfall in AFG und die Öffnung von Privatpost der Soldaten wird er auch überstehen. Ein Rückblick in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zeigt, dass Minister schon ganz andere Affären, ausgesessen haben. Zudem wird der Bogen überspannt und das merkt natürlich auch der Wähler. Ich bin überzeugt, bei Umfragen gibt es noch nicht einmal Kratzer. Warum? Ganz einfach, die Mehrheit der Bundesbürger hat das Gefühl, dass hier bewußt mit allen Mitteln zu Guttenberg "angepinkelt" werden soll! Das mögen die Leute nicht!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.