Plagiatsvorwürfe
Merkel spricht Schavan "volles Vertrauen" aus
Die durch Plagiatsvorwürfe unter Druck geratene Bildungsministerin Schavan hat jetzt Unterstützung von prominenter Seite erhalten: Bundeskanzlerin Merkel sprach ihrer Parteifreundin ihr "volles Vertrauen" aus.
Schavan sei eine "hervorragende und erfolgreiche" Ressortchefin, die "für Bildung und Forschung viel erreicht" habe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin und betonte: "Die Bundeskanzlerin hat volles Vertrauen zu ihr." Der Promotionsausschuss der Universität Düsseldorf arbeite nach "eigenem Zeitplan", zudem habe Schavan ein "Recht auf Stellungnahme", sagte Seibert und fügte hinzu: "Wir sollten der Entscheidung nicht vorgreifen".
Ein Gutachter der Universität Düsseldorf hatte nach SPIEGEL-Informationen "eine leitende Täuschungsabsicht" Schavans festgestellt. In Schavans Arbeit sei das "charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise" erkennbar.
Schavan wehrte sich gegen den Plagiatsvorwurf. "Ich lasse mir das nicht bieten", sagte sie der "Südwest Presse". Die Ministerin kündigte außerdem eine umfassende Stellungnahme zu dem Fall an und erhob schwere Vorwürfe gegen die Universität Düsseldorf.
Nachdem sie fünf Monate "eisern geschwiegen" habe, bleibe ihr nun nichts anderes übrig, als sich zu wehren, sagte die Politikerin der "Südwest Presse". "Das heißt, ich werde zu den Vorwürfen gegenüber der Universität Stellung beziehen." Sie zeigte sich zudem empört darüber, dass "ein Entwurf durchgestochen" werde, der noch nicht einmal im Promotionsausschuss besprochen worden sei. Sie bekräftigte erneut, dass sie in ihrer 1980 verfassten Arbeit "keine Quelle bewusst falsch angegeben" habe. Sie gehe daher davon aus, dass von den Vorwürfen "nichts übrig bleibt".
Anfang Mai waren auf der Internetseite schavanplag.wordpress.com anonym Vorwürfe der Täuschung gegen Schavan im Zusammenhang mit ihrer Dissertation erhoben worden. Die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf kündigte daraufhin eine Prüfung an. Dies geschah auch auf Bitte der Ministerin.