Plagiatsvorwürfe Linkenchefin Hennig-Wellsow verteidigt Baerbock gegen »Schmutzkampagne«

Susanne Hennig-Wellsow springt der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in der Plagiatsdebatte zur Seite: Die Linkenchefin beklagt im SPIEGEL das »unterirdische Niveau« des Wahlkampfs.
Linkenchefin Hennig-Wellsow: Wahlkampf habe »unterirdisches Niveau erreicht« erreicht

Linkenchefin Hennig-Wellsow: Wahlkampf habe »unterirdisches Niveau erreicht« erreicht

Foto: Michael Reichel / picture alliance / dpa

Die Linkenvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow verteidigt die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in der Diskussion um möglicherweise abgeschriebene Passagen in ihrem Buch.

Das Niveau des Wahlkampfs habe »ein unterirdisches Niveau erreicht«, sagte Hennig-Wellsow dem SPIEGEL. »Ob eine Kanzlerkandidatin ein Buch braucht, weiß ich nicht, aber dass wir nur noch darüber reden, finde ich wirklich bedenklich.« Es gehe bei dieser Wahl »nicht um Oberfläche, sondern um eine echte Richtungsentscheidung«. Davon wolle die CDU »ablenken«.

Hennig-Wellsow zeigte sich überzeugt, dass sich bei den Profiteuren einer unionsgeführten Regierung Angst vor einer »Regierung links der Union« breitmache. »Sie kippen CDU und FDP mit Millionenspenden zu. Schmutzkampagnen in den sozialen Medien aus der rechten Blase tun ein Übriges«, so die Linkenvorsitzende. »Es geht nicht um Fußnoten in Büchern, es geht um die Zukunft dieses Landes.«

Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber wirft Baerbock vor, an mehreren Stellen in ihrem kürzlich erschienenen Buch Formulierungen aus Quellen wortgleich übernommen zu haben, ohne dies kenntlich zu machen. Die Grünen hatten Webers Vorwürfe bereits kurz nach Bekanntwerden als haltlos und versuchten »Rufmord« zurückgewiesen.

Linkenchefin Hennig-Wellsow steht in ihrer Partei für einen klaren grün-rot-roten Regierungskurs. Bevor sie Vorsitzende wurde, war sie Fraktions- und Landeschefin in Thüringen, wo die Linke eine Minderheitsregierung mit Grünen und SPD bildet.

til