Plagiatsvorwurf Parteikollegen nehmen von der Leyen in Schutz

Ursula von der Leyen soll Teile ihrer Doktorarbeit "gnadenlos kopiert" haben, behaupten Plagiatsjäger. Die Ministerin verteidigte sich bereits. Jetzt bekommt sie Unterstützung aus ihrer eigenen Partei - bislang nur aus der zweiten und dritten Reihe.
Ministerin von der Leyen: "Für sie gilt die Unschuldsvermutung"

Ministerin von der Leyen: "Für sie gilt die Unschuldsvermutung"

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben? Ja, behaupten Plagiatsjäger auf der Internetseite VroniPlag Wiki . Nein, sagt die CDU-Politikerin selbst. Unterstützung bekommt sie nun von ihren Parteikollegen.

"Die Menschen interessiert, wie wir aktuelle Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl der "Rheinischen Post ".

Auch der Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten, äußerte sich zu den Vorwürfen gegen von der Leyen: "Für sie gilt die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist", sagte er. "Das ist kein Bereich, in dem man jemand politisch ein Bein stellt."

Am Wochenende hatten Plagiatsjäger das Ergebnis ihrer Untersuchung bekannt gegeben: Demnach enthält von der Leyens Dissertation aus dem Jahr 1990 "zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind". Die Mitglieder des Netzwerks VroniPlag - benannt nach Edmund StoibersTochter Veronica Saß, die durch die Recherchen der Plagiatsjäger 2012 ihren Doktortitel verlor - berichten, sie hätten die 62 Textseiten der insgesamt 70 Seiten langen Dissertation gesichtet.

Von der Leyen weiß eigenen Angaben zufolge seit Ende August davon, dass ihre Doktorarbeit untersucht wird. Sie habe noch am selben Tag bei der Medizinischen Hochschule Hannover eine unabhängige Überprüfung beantragt. Laut einem Sprecher der Hochschule ist in den kommenden Tagen mit dem "vertraulichen Bericht über die Ergebnisse der Vorprüfung an die Hochschulleitung" zu rechnen.

"Sie war extrem faul und hat gnadenlos kopiert", sagte der Gründer der Plagiatsplattform, Martin Heidingsfelder, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Deshalb müsste die Medizinische Hochschule ihr den Titel entziehen. Die Wissenschaft tut sich keinen Gefallen, wenn sie renommierte Politiker schützt."

aar/dpa