Pleite für Islam-Gegner "Die Freiheit" muss Parteitag absagen

Es ist eine schwere Schlappe für die neue rechtspopulistische Berliner Partei "Die Freiheit": Der erste Parteitag musste am Dienstag kurz vor Beginn abgesagt werden - zwei Vermieter hatten den Islam-Gegnern kurzfristig die Räume gekündigt.
Stadtkewitz und Wilders (Archivbild): "Diese Hetze fällt nicht vom Himmel"

Stadtkewitz und Wilders (Archivbild): "Diese Hetze fällt nicht vom Himmel"

Foto: ? Fabrizio Bensch / Reuters/ REUTERS

Berlin - Eigentlich wollte die neue islamkritische Partei "Die Freiheit" ihre Teilnahme an der Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl beschließen - doch der erste Parteitag am Dienstagabend musste ausfallen. Bis zum Abend sei es nicht gelungen, einen Tagungsort zu finden, nachdem zwei Veranstalter kurzfristig abgesagt hätten, sagte Sprecher Thomas Böhm.

Das Hotel Crowne Plaza und die private GSL Sprachschule hatten die Partei kurzfristig wieder ausgeladen. Die Sprachschule erst am Dienstag, nachdem die Inhaberin sich genauer mit der Partei befasst hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass das Profil der "Freiheit" nicht zu dem "weltoffenen und internationalen Bildungsinstitut" passen würde.

René Stadtkewitz

"Ich bin wirklich verärgert", sagte Parteigründer der "Berliner Morgenpost". Der 46-Jährige war Anfang September aus der CDU-Fraktion ausgeschlossen worden, weil er seit längerem mit der Gründung einer neuen Partei gedroht hatte. Mit rund 30 Anhängern versammelte sich Stadtkewitz am Dienstagabend draußen vor der Sprachschule in der Kastanienallee, wo er eine improvisierte Pressekonferenz abhalten sollte.

Rund 50 Demonstranten störten die Veranstaltung. Nach gut einer halben Stunde wurde Stadtkewitz von der Polizei wegeskortiert. Aufgerufen zu dem Protest hatte das Berliner Bündnis "Rechtspopulismus stoppen". "Diese Hetzte fällt nicht vom Himmel", heißt es in dem Schreiben mit Verweis auf eine Serie von Brandanschlägen auf Moscheenin der Hauptstadt. Die "Freiheit" übe sich in "rassistischer Stimmungsmache" gegen Muslime und Migranten.

Stadtkewitz sagte den Journalisten am Dienstagabend, er habe geplant, auf dem Parteitag eine Resolution gegen solche Anschläge zu verabschieden. Der Parteichef sympathisiert mit dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders, der als dezidierter Islam-Gegner gilt. Ende Oktober hatten der frühere CDU-Politiker und rund 50 Mitstreiter den Bundesverband und einen Berliner Landesverband der Partei "Die Freiheit" gegründet.

ore/osa/dpa
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