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08. Januar 2016, 13:12 Uhr

Brief an Steinmeier

Polen erbittet Infos über Kölner Silvesternacht

Sind auch Polinnen Opfer der Kölner Übergriffe geworden? Nein, sagt das Generalkonsulat in Köln. Außenminister Waszczykowski hatte Steinmeier um Aufklärung gebeten. Warschau nutzt die Vorfälle zur Stimmungsmache.

Nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe auf Dutzende Frauen in Köln in der Silvesternacht hat der polnische Außenminister Witold Waszczykowski seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier geschrieben.

In dem auf der Webseite des Warschauer Ministeriums veröffentlichten Schreiben erkundigte er sich, ob auch Polinnen von den Vorfällen betroffen seien. Er wäre dankbar, wenn Steinmeier diese Anfrage an die zuständigen Ermittlungsbehörden weiterleiten könnte.

Das polnische Generalkonsulat in Köln twitterte am Freitagmittag: "Polizei in Köln - polnische Bürger nicht unter den Geschädigten der Vorfälle am Bahnhof in Köln."

Mehrere Politiker der nationalkonservativen Regierung in Polen hatten zuvor die Ereignisse in Köln genutzt, um erneut ihre Ablehnung der Einwanderung von Muslimen zu bekräftigen.

Videoanalyse zum Polizeibericht: "Spießrutenlaufen für Frauen"

Polen werde Flüchtlinge genau unter die Lupe nehmen, sagte Vizeregierungschef Piotr Glinski am Donnerstag im polnischen Fernsehsender TVN 24. "Wir wollen Kriegsflüchtlingen helfen, Frauen, Kindern und alten Menschen. Keinen Grund sehen wir dafür, dass sich junge Männer, die Helden der Ereignisse von Köln, in Polen befinden sollten."

Ähnlich äußerte sich die nationalkonservative Regierungschefin Beata Szydlo. "Was derzeit in Deutschland passiert, zeigt, dass die Probleme ernster sind als die europäischen Führer leider unvorsichtig glaubten", sagte sie. Bei den Vorfällen in Köln ist allerdings noch unklar, wer genau die Täter sind.

brt/heb/dpa

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