Politbarometer Grüne legen deutlich zu

In Baden-Württemberg feierten sie Erfolge, auch bundesweit sind sie jetzt klar im Aufwind: Die Grünen legen im Politbarometer vier Punkte in der Wählergunst zu - mit dem Ansehen der schwarz-gelben Koalition geht es dagegen weiter bergab.
Haben derzeit allen Grund zum Jubel: Grünen-Spitzenpolitiker Trittin, Künast und Roth

Haben derzeit allen Grund zum Jubel: Grünen-Spitzenpolitiker Trittin, Künast und Roth

Foto: dapd

Mainz - Die Grünen können sich weiter über gute Umfrageergebnisse freuen: Nach den Erfolgen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz legt die Partei auch bundesweit deutlich zu. Das ist das Ergebnis der neuesten Umfrage des ZDF-Politbarometers. Die Union verliert dagegen an Zustimmung, insbesondere die Koalition mit der FDP ist nur noch für wenige die Wunschkonstellation.

Demnach legen die Grünen bei der Sonntagsfrage vier Prozentpunkte zu auf 19 Prozent. CDU und CSU verschlechtern sich um zwei Punkte auf 34 Prozent, die SPD um einen Punkt auf 28 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt auf acht Prozent. Die FDP müsste mit fünf Prozent weiter um den Einzug in den Bundestag bangen.

Noch eindeutiger fallen die Werte für die politische Stimmung aus: Die Grünen steigen hier um zwölf Punkte auf 23 Prozent. Die SPD fällt um sechs Punkte auf 30 Prozent, die Union um fünf Punkte auf 33 Prozent und die FDP um einen Punkt auf nur noch drei Prozent. Die Linke kommt nur noch auf sechs Prozent (minus ein Prozentpunkt).

Dramatisch sind die Ansehensverluste der schwarz-gelben Bundesregierung: Bei der Frage nach der Wunschkoalition stürzt Schwarz-Gelb ab. Nur noch 20 Prozent der Befragten sprachen sich für die derzeit regierende Koalition aus. Dagegen wünschen sich mit 48 Prozent die meisten Befragten ein rot-grünes Bündnis. Für eine Große Koalition sprachen sich 46 Prozent der Befragten aus, für eine schwarz-grüne Regierung 34 Prozent.

Mehrheit sieht keine Chance mehr für Westerwelle

Für die FDP und ihren Vorsitzenden Guido Westerwelle ergab die Umfrage verheerende Werte: Eine Mehrheit der Bürger rechnet mit einem Rückzug des Parteichefs - 55 Prozent glauben nicht, dass der Außenminister nach dem Parteitag im Mai die FDP noch anführen wird. Für 69 Prozent der Befragten trägt Westerwelle sehr große oder große Schuld für die Niederlagen bei den jüngsten Landtagswahlen.

Noch schlechter steht es um die Glaubwürdigkeit seiner Partei: 79 Prozent halten die FDP für unglaubwürdig. Am besten schneiden auch bei der Glaubwürdigkeit die Grünen mit 62 Prozent ab. Bei allen anderen Parteien ist das Verhältnis von Glaubwürdigkeit zu Unglaubwürdigkeit deutlich schlechter: SPD 45 zu 49 Prozent, CSU 37 zu 54, CDU 35 zu 60, Linke 22 zu 71 Prozent.

Eine überwältigende Mehrheit plädiert für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Laut der Umfrage sprechen sich 55 Prozent der Deutschen dafür aus, alle Meiler noch vor dem ursprünglich von der früheren rot-grünen Bundesregierung geplanten Ausstieg im Jahr 2021 abzuschalten, 34 Prozent wollen noch an diesem Termin festhalten. Lediglich neun Prozent befürworten eine Laufzeitverlängerung für die Reaktoren bis 2035. Den ursprünglich geplanten Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahr 2021 finden 34 Prozent richtig.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für die repräsentative Umfrage vom 29. bis 31. März 1283 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

fdi/AFP/dpa
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