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25. Februar 2011, 11:41 Uhr

Politbarometer

Guttenberg stabil, Grüne bröckeln

Die Bürger verzeihen Karl-Theodor zu Guttenberg die Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit. Auch die neueste Umfrage zeigt: Die große Mehrheit will, dass der Verteidigungsminister im Amt bleibt. Die Grünen verlieren weiter in der Wählergunst.

Berlin - Die Opposition nennt ihn "Lügner, Betrüger, Hochstapler" - doch im Volk bleibt Karl-Theodor zu Guttenberg beliebt. Auch die jüngste Umfrage des ZDF-Politbarometers zeigt, dass die Wähler dem Verteidigungsminister seine in großen Teilen kopierte Dissertationsschrift verzeihen. Zwar sehen 42 Prozent der Befragten die Glaubwürdigkeit Guttenbergs durch die Plagiatsvorwürfe beschädigt.

Dennoch fordern den Erhebungen der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge nur 22 Prozent der Befragten den Rücktritt des CSU-Politikers, 75 Prozent meinen, er sollte im Amt bleiben, drei Prozent antworteten mit "weiß nicht". Auch die Anhänger der verschiedenen Parteien teilen den Angaben zufolge jeweils mehrheitlich die Einschätzung, dass der Minister sein Amt nicht aufgeben sollte. Bei der SPD sprechen sich 65 Prozent für Guttenberg aus, bei der Linken 69, bei den Grünen 59 Prozent.

In der Liste der zehn wichtigsten Politiker nach Sympathie und Leistung liegt Guttenberg trotz starker Einbußen mit einem Durchschnittswert von 1,4 auf der Skala von - 5 bis +5 nach wie vor an der Spitze, gleichauf mit Kanzlerin Angela Merkel. Auf Platz drei folgt mit Frank-Walter Steinmeier (SPD) der erste Oppositionspolitiker (unverändert bei 1,1).

In der sogenannten Sonntagsfrage bröckeln die vor wenigen Wochen noch phänomenalen Umfragewerte der Grünen weiter: Die Ökopartei kommt im neuesten Politbarometer nur noch auf 15 Prozent, zwei Punkte weniger als vor zwei Wochen. Dafür legt die SPD in der sogenannten Projektion um zwei Punkte auf 29 Prozent zu. Im Regierungslager gibt es keine Veränderung: Die Union liegt weiter bei 36 und die FDP bei fünf. Auch die Linke hält sich unverändert bei neun Prozent.

Für das ZDF-Politbarometer hatte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 22. bis 24. Februar 1.306 Wahlberechtigte befragt.

phw/dapd

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