SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

15. Juni 2012, 12:02 Uhr

Politbarometer

SPD-Frau Kraft ist beliebter als Kanzlerin Merkel

Nordrhein-Westfalens Regierungschefin Hannelore Kraft ist laut einer neuen Umfrage Deutschlands beliebteste Politikerin. Angela Merkel, bisher auf Platz eins, liegt knapp dahinter. Am schlechtesten kommt FDP-Chef Rösler weg.

Berlin - Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat im ZDF-Politbarometer mit einem hauchdünnen Vorsprung Bundeskanzlerin Angela Merkel vom ersten Platz der beliebtesten Politiker verdrängt. In der am Freitag veröffentlichten Umfrage erreicht die SPD-Politikerin zwar ebenso wie die CDU-Vorsitzende einen Wert von 1,7 - hat nach Angaben des Senders aber um einige Hundertstel Punkte die Nase vorn.

Platz drei teilen sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sein Vorgänger Peer Steinbrück und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (beide SPD). Schlusslichter sind die FDP-Politiker Außenminister Guido Westerwelle (minus 1,1) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (minus 1,4).

Die Befragten hatten laut ZDF die Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker neu zusammengestellt. Verteidigungsminister Thomas de Maizière schied aus, dafür kam Kraft hinzu. Sie war bereits im Sommer 2010 zwischenzeitlich in der Liste aufgetaucht.

Parallel zum Aufstieg Krafts in der Beliebtheitsskala macht auch ihre SPD Boden gut. In der sogenannten Sonntagsfrage legt die SPD im Vergleich zur Erhebung vor drei Wochen um einen Punkt auf 32 Prozent zu. Die Union gibt dagegen zwei Punkte auf 34 Prozent ab. Die FDP verbessert sich zwar um einen Punkt, müsste aber mit fünf Prozent ebenso wie die unverändert auch bei fünf Prozent liegende Linkspartei um den Einzug in den Bundestag bangen, wenn am Sonntag gewählt würde. Die Grünen verlieren einen Punkt auf 13 Prozent, die Piraten verharren bei sieben Prozent. Damit hätten weiterhin weder die amtierende Regierungskoalition noch eine rot-grüne Koalition eine Mehrheit. Die Forschungsgruppe Wahlen hat für die Erhebung zwischen dem 11. und dem 14. Juni 1232 Wahlberechtigte befragt.

ffr/Reuters

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung