Politbarometer Unionsparteien im Stimmungshoch

Steigende Sympathien für CDU und CSU: Eine Umfrage bescheinigt den Unionsparteien einen kräftigen Aufschwung in der Wählergunst. 44 Prozent der Befragten fühlen sich der Union politisch nah.


Mainz - Sympathie-Bonus für Schwarz-Gelb: Zum Jahresende haben CDU und CSU in der Wählergunst deutlich zugelegt. Bei der aktuellen Umfrage für das ZDF-Politbarometer kommen beide Parteien auf einen Zustimmungswert von 44 Prozent. Das sind 3 Prozentpunkte mehr als vor drei Wochen. Auch die FDP konnte in der Wählergunst zulegen und steigerte sich um 2 Prozentpunkte auf 7 Prozent.

Damit hat die Union derzeit einen zweistelligen Vorsprung vor der SPD: Die Sozialdemokraten verloren leicht um einen Prozentpunkt und kommen auf 32 Prozent in der Wählergunst. Die Linke liegt unverändert bei 7 Prozent und die Grünen verlieren 2 Punkte und stehen damit bei 8 Prozent.

In der sogenannten Sonntagsfrage konnten sich CDU/CSU hingegen nur leicht verbessern: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Unionsparteien auf 41 Prozent (plus 1) und die SPD unverändert auf 31 Prozent. Die FDP erhielte 7 Prozent (plus 1), die Linke unverändert 9 Prozent, die Grünen 8 Prozent (minus 1) und die sonstigen Parteien zusammen 4 Prozent (minus 1).

Steinmeier sticht Merkel aus

Passend zur Adventszeit scheinen die Deutschen mildere Urteile über ihre Politiker zu fällen: Bei der Beurteilung der zehn wichtigsten Politiker fallen die Urteile im Dezember fast durchweg positiver aus als bei der vergangenen Umfrage. Auch jetzt liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier knapp vor Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Platz eins. Er erhält auf der +5/-5-Skala einen Durchschnittswert von 2,0. Allerdings kennt weiterhin rund ein Drittel der Befragten Steinmeier so wenig, dass es sich kein Urteil über ihn zutraut.

Bundeskanzlerin Angela Merkel landete erneut auf Platz zwei, verbesserte sich aber von 1,7 auf 1,9. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Franz Müntefering, Peer Steinbrück und Ursula von der Leyen, auf Platz sechs und sieben Günther Beckstein und Kurt Beck. An achter Stelle steht Wolfgang Schäuble vor Guido Westerwelle (Platz neun) und Oskar Lafontaine (Platz zehn).

Mindestlöhne ja - üppige Managergehälter nein

Bei der Einstellung zum Reizthema Managergehälter hat sich nichts geändert: 85 Prozent sind ähnlich wie schon im Juni der Meinung, dass die Gehälter von Managern großer Firmen in Deutschland zu hoch sind, 10 Prozent halten sie für angemessen und ein Prozent für zu niedrig. Jedoch sind nur 53 Prozent der Meinung, dass der Staat bei der Höhe der Gehälter eingreifen sollte; 43 Prozent lehnen das ab. Unverändert werden die für Briefzusteller vereinbarte Mindestlohnhöhe von durchschnittlich 9,50 Euro von der Mehrheit (54 Prozent) für richtig gehalten.

Die finanzielle Bilanz der Befragten für 2007 ist eher kritisch. Lediglich 15 Prozent sagen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage im Vergleich zu 2006 verbessert hat, 31 Prozent sprechen sogar von einer Verschlechterung, und bei 54 Prozent sind keine großen Veränderungen aufgetreten. Mit vier Prozent besonders selten berichten dabei die Rentner von ökonomischen Verbesserungen, während Berufstätige mit 22 Prozent überdurchschnittlich häufig finanzielle Zuwächse feststellen.

Mit ihrer "Gesamtsituation" sind die Deutschen aber überwiegend zufrieden. 69 Prozent der Befragten sagen, dass 2007 für sie persönlich eher ein gutes Jahr war, 28 Prozent, dass es eher schlecht war. Ganz ähnlich fiel auch das Urteil über 2006 aus. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte laut ZDF vom 11. bis 13. Dezember 1.352 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch.

amz/AP/ddp



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