Politiker-Umfrage Schäuble beliebter als Asmussen, Gabriel sticht Altmaier

Klare Aussage bei begrenzter Auswahl: Amtsinhaber Wolfgang Schäuble halten die Deutschen für den besseren Finanzminister als den relativ unbekannten SPD-Mann Jörg Asmussen. Schwarz-Rot ist die beliebtere Koalitionsoption.

Umfrage: Wolfgang Schäuble (CDU) finden die Deutschen ministrabel
DPA

Umfrage: Wolfgang Schäuble (CDU) finden die Deutschen ministrabel


Berlin - Könnten die Deutschen bei der Bildung des nächsten Bundeskabinetts mitreden und hätten nur eine begrenzte Auswahl, wäre der neue Finanzminister der alte: Wolfgang Schäuble (CDU) wird von der Mehrheit der Deutschen für besser geeignet gehalten, die Staatsfinanzen zu verwalten, als der mögliche SPD-Kandidat Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, oder der Ex-Grünen-Chef Jürgen Trttin. Den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel hätten sie lieber als Wirtschafts- und Umweltminister als den bisherigen Umweltminister Peter Altmaier (CDU).

Die Präferenzen für das Bundeskabinett ermittelte das Meinungsforschungsinstituts Emnid mit einer Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag". Den Befragten wurden dafür immer nur zwei Kandidaten für eine schwarz-grüne oder eine große Koalition vorgelegt.

Bei der Frage nach der Wunschkoalition sprach sich gut die Hälfte (52 Prozent) der Bundesbürger für eine Große Koalition aus, nur 25 Prozent präferieren demnach eine Premiere von Schwarz-Grün. Der Deutschlandtrend der ARD hatte am Freitag noch eine Zustimmung von zwei Dritteln der Deutschen zu einer Großen Koalition ergeben. Laut Emnid-Sonntagstrend liegt außerdem Rot-Rot-Grün zum ersten Mal seit der Bundestagswahl in der Wählergunst wieder vor der Union.

Die Union erreicht mit 42 Prozent, die SPD mit 25 Prozent den Wert der Vorwoche. Dafür können die Linkspartei (10 Prozent) und die Grünen (9 Prozent) jeweils einen Prozentpunkt zulegen. Damit liegt Rot-Rot-Grün zusammen bei 44 Prozent. Die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) kann sich bei 6 Prozent halten. Eine Forsa-Umfrage hatte Mitte der Woche allerdings ergeben, dass die Unionsparteien und AfD seit der Wahl je einen Prozentpunkt zugelegt hatten, während alle anderen Parteien leicht verloren.

Die Kompetenzen, die den einzelnen Parteien zugebilligt werden, schlagen sich auch in der Wunschverteilung der Ressorts nieder: Demnach ist eine Mehrheit der am Donnerstag und Freitag repräsentativ Befragten der Ansicht, die Union solle idealerweise die zentralen Ministerien für Wirtschaft (61 Prozent), Finanzen (56 Prozent), Inneres (54 Prozent) und Verteidigung (52 Prozent) führen. Der SPD würden von den Befragten die Ressorts Arbeit und Soziales (53 Prozent), Umwelt (51 Prozent), Bildung (48 Prozent) und Familie (47 Prozent) zugeteilt. Den Grünen würden die Wähler bei einer Regierung mit der Union am ehesten das Umwelt- (78 Prozent) und das Familienministerium (52 Prozent) zugestehen.

cht

insgesamt 58 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bristolbay 13.10.2013
1. Was sagt uns das?
Zitat von sysopDPAKlare Aussage bei begrenzter Auswahl: Amtsinhaber Wolfgang Schäuble halten die Deutschen für den besseren Finanzminister als den relativ unbekannten SPD-Mann Jörg Asmussen. Schwarz-Rot ist die beliebtere Koalitionsoption. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/politiker-umfrage-schaeuble-beliebter-als-asmussen-gabriel-sticht-altmaier-a-927573.html
Nichts, hat nur die Kasse von Emnid gefüllt und unzählige Bits und Tausende Tonnen von Papier vergeudet. Übrigens, ich trinke lieber Chai Latte als Kakao, aber mich fragt ja niemand.
opaerwin 13.10.2013
2.
Sind wir Deutschen stinklangweilig, öder geht's es einfach nicht ... Es gibt einfach zu viele Biedermeier, die erst aufwachen, wenn es in der Regel zu spät ist, um sich dann zu empören …!
Tahlos 13.10.2013
3. Das Schäuble
bei einer Mehrheit "beliebter" ist möchte ich mal anzweifeln. Sie halten ihn vielleicht aufgrund seiner Zugehörigkeit zur CDU geeigneter für das Amt, an wohl kaum für einen freundlichen Herrn, dem sie vertrauen würden. Soviel Realismus würde ich der Mehrheit schon mal zutrauen.
wwwwalter 13.10.2013
4. Oh je, was für Umfragen
Gott Sei Dank sind das nur Umfragen. Ich denke mal 90 % der Leute, die da interviewt wurden haben in der Sache nur ganz wenige fundierte Kenntnisse, verstehen sehr wenig von politischen Zusammenhängen und kennen sogar einige der zur Wahl gestellten Politiker gar nicht. Auf dieser Basis können die Antworten nur aus dem Bauch raus kommen. Die wahren Kriterien sind dann: Wen kenn ich vom Fernsehen ? Wer ist mir sympathischer, mit wem würde ich am ehesten mal ein Bier trinken gehen ? Wer kommt seriöser rüber und ist gut angezogen ? Wer macht den Eindruck, kompetent zu sein ?
matala 13.10.2013
5. Sie haben Recht, aber...
Wolfgang Schäuble mit seiner eigenartigen Rolle bei der damaligen Aufarbeitung der CDU-Spendenaffäre. Alleine deshalb kann man so einen doch nicht zum BMF machen. Aber die Deutschen mögen ihn, es ist unglaublich. Haftungsrisiko......es stand sogar in der Frankfurter Allgemeinen, dass der Bundesminister Wolfgang S. dem Finanzausschuss falsche Zahlen vorlegte. Es geht also um das "maximale deutsche Haftungsrisiko" in der Eurokrise, das Deutschland - man muss es immer wieder sagen - tatsächlich treffen könnte. Keine 95 Milliarden, sondern 310 Mrd. Euro! Oder man folgt Prof. Hans-Werner Sinn und kommt sogar auf 637 Mrd. Die Deutschen wissen offenbar nicht, welcher Politiker wofür steht. Mit meiner Schäuble-Kritik will ich aber KEINESWEGS die SPD loben. Die ist doch auch nicht besser. Und warum wird immer von "GroKo" geschrieben? "Groß" sind 25.7 Prozent für die Sozialdemokraten nun wirklich nicht. Ich wünsche allen einen schönen Oktober-Sonntag :-))) der Artikel sagt nichts aus, wie er entstanden ist. Man könnte genausogut Stimmungsmache unterstellen. Andrerseits wurde die Masse der Deutschen mit dem Namen Asmussen bei weitem nicht so oft konfrontiert wie mit dem Namen Schäuble, das alles hat eher weniger mit den Parteien CDU und SPD zu tun, wie gesagt die Masse, wenn man schon von den Deutschen spricht (schreibt). Was die berufliche (also politische) Qualität betrifft, so wird sie von der Masse überhaupt nicht geprüpft, sie hat aus den verschiedensten Gründen gar nicht die Voraussetzungen dafür, aber wählen tut sie, die Masse.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.