Politische Stimmung SPD holt durch Steinmeier und Müntefering auf

Der Führungswechsel zahlt sich für die SPD aus. Die Sozialdemokraten konnten sich laut einer Umfrage bei der politischen Stimmung gleich um drei Punkte auf 28 Prozent verbessern. Wäre am Sonntag Wahl, bliebe der Abstand zur Union jedoch fast unverändert.


Berlin - Die SPD im Aufwind bei den Wählern: Bei der Umfrage für das ZDF-"Politbarometer" legten die Genossen seit dem Machtwechsel deutlich zu. In der politischen Stimmung verbesserten sich die Sozialdemokraten um drei Punkte auf 28 Prozent. CDU und CSU verschlechterten sich dagegen um einen Punkt auf 42 Prozent. Die FDP verlor ebenfalls einen Punkt und landete bei sieben Prozent, die Linke steigerte sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Grünen verschlechterten sich um zwei Punkte auf acht Prozent.

Steinmeier (l.) und Müntefering: Plus für die Genossen
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Steinmeier (l.) und Müntefering: Plus für die Genossen

Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen aber eine größere Rolle spielen. Die Union käme danach auf unverändert 40 Prozent, die SPD auf 26 Prozent (plus eins), die FDP erhielte unverändert neun Prozent, die Linke bliebe bei elf Prozent, die Grünen landeten bei neun Prozent (minus eins).

Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin hätten, liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) mit 51 Prozent deutlich vor ihrem neuen Herausforderer, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er kommt auf 36 Prozent kommt ("Weiß nicht": 13 Prozent). Den Rücktritt von Kurt Beck als SPD-Chef findet eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent richtig. Für nicht richtig halten das 20 Prozent, und 17 Prozent haben dazu keine Meinung.

Knapp die Hälfte (46 Prozent) erwartet, dass Franz Müntefering ein besserer SPD-Vorsitzender wird als Beck, lediglich sechs Prozent meinen, dass er dieses Amt schlechter wahrnehmen wird als sein Vorgänger, und 18 Prozent sehen da keinen großen Unterschied ("Weiß nicht": 28 Prozent).

Mit dem Duo Müntefering/Steinmeier glauben mit 43 Prozent deutlich weniger Befragte als noch vor einem Monat (57 Prozent), dass die SPD nach der nächsten Bundestagswahl zusammen mit der Linken die Regierung im Bund bilden wird.

Das Ansehen der wichtigsten Politiker hat sich nach Ansicht der Befragten im September fast nur verbessert. Weiterhin angeführt wird die Liste der ersten zehn von Bundeskanzlerin Merkel. Sie kommt auf der Skala von +fünf bis -fünf jetzt auf einen Durchschnittswert von 2,2 (August: 1,9). Auf Platz zwei liegt Außenminister Steinmeier mit 2,0 (August: 1,8). Es folgen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,3 (August: 1,1) und Familienministerin Ursula von der Leyen mit 1,0 (August: 0,7).

Auf Platz fünf folgt Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 0,7 (August: 0,5), danach Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) mit 0,3 (August: 0,3), der um einige Hundertstel besser bewertet wird als FDP-Chef Guido Westerwelle mit ebenfalls 0,3 (August: 0,2). Im Negativbereich bleiben Beck mit minus 0,2 (August: minus 0,5), Linken-Fraktionschef Gregor Gysi mit minus 0,8 (August: minus 0,9) sowie Partei- und Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine mit minus 1,2 (August: minus 1,4).

als/AFP



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