Politischer Aschermittwoch Zoff im Dunst des Bieres

Noch mehr Menschen als in den vergangenen Jahren werden zum politischen Aschermittwoch bei Veranstaltungen der Union, SPD, FDP, PDS und den Grünen erwartet. Und das verbale Hauen und Stechen wird angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl noch kräftiger ausfallen als sonst.


Passau/Vilshofen/Biberach - Der Andrang bei der CSU bei ihrem politischen Aschermittwoch in der Nibelungenhalle im niederbayerischen Passau ist ohnehin immer riesig. Dieses Jahr rechnet die Partei mit einem Besucherrekord von bis zu 10.000 Menschen. Hauptredner wird der Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber sein. Die bayerische SPD versammelt ihre Anhänger rund 30 Kilometer entfernt in Vilshofen. Gast aus Berlin ist Bundesinnenminister Otto Schily, der bayerische SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl.

Auch die anderen Parteien haben zu ihren Kundgebungen in Passau Bundesprominenz geladen. So kommen für die Grünen Verbraucherministerin Renate Künast, für die FDP Parteichef Guido Westerwelle und für die PDS der Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi. Die Parteispitze der Grünen kommt nach Baden-Württemberg zum Politischen Aschermittwoch in Biberach an der Riß. Dort reden Außenminister Joschka Fischer und die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn. Weitere Aschermittwochstreffen finden in Friedrichshafen, Demmin, Köln und Frankfurt am Main statt.

Laut Michael Glos, dem CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, wird Stoiber "Eckpunkte zum Wahlprogramm der Union" vorstellen. Bayerns Staatskanzleichef Erwin Huber betonte, CSU und CDU wollten ein "glaubwürdiges, berechenbares Wahlprogramm" präsentieren. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sagte: "Wir werden im Wahlprogramm keine Versprechen machen, die man nicht halten kann."

Die SPD will eine wachsende Enttäuschung in der Union über Stoiber ausgemacht haben. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte der "Passauer Neuen Presse": "Manche in der Union werden sich schon ein bisschen wehmütig an Frau Merkel erinnern, nachdem Stoiber nun zeigt, was er alles nicht kann." Stoiber habe sich in den ersten Wochen seiner Kandidatur als "Kandidat der lauen Widersprüche" präsentiert, sagte Müntefering.



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