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30. Juni 2013, 08:31 Uhr

Hungerstreik

Polizei räumt Asylbewerbercamp in München

Sie wollten mit einem Hungerstreik die sofortige Anerkennung als Asylbewerber erkämpfen - jetzt wurde das Lager der Flüchtlinge im Zentrum Münchens von der Polizei geräumt. Laut Ärzten schwebten mehrere Hungernde in Lebensgefahr.

München - Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch ist ein Camp von Asylbewerbern in München am Sonntagmorgen geräumt worden. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt. Zuvor hatten rund 50 Asylbewerber angekündigt, ihren lebensgefährlichen Hungerstreik fortsetzen zu wollen. Ein Vermittlungsversuch des früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und des ehemaligen CSU-Politikers Alois Glück war in der Nacht gescheitert.

"Das Kreisverwaltungsreferat hat die Versammlung aufgelöst, 44 Patienten sind mit dem Rettungsdienst auf zwölf Krankenhäuser verteilt worden", sagte Stadtsprecher Stefan Hauf der Nachrichtenagentur dpa.

Die Räumung begann gegen 5 Uhr. "Es war ein sehr schwieriger Einsatz", sagte Hauf. Etwa 50 Unterstützer seien vor Ort gewesen. Die Polizei habe eine Sitzblockade aufgelöst. Der Gesundheitszustand der Hungerstreikenden sei kritisch gewesen. Die Polizei sperrte den Rindermarkt ab und räumte das Lager. Mitarbeiter der Stadt bauten am Morgen die Zelte ab.

Die Asylbewerber aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern fordern die sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge. Seit einer Woche verweigern sie die Nahrungsaufnahme, seit Dienstag trinken sie nichts mehr - in der Regel verdursten Menschen nach wenigen Tagen ohne Wasser.

Laut Bayerischem Rundfunk hatten Ärzte angegeben, dass fast alle Hungerstreikenden in akuter Lebensgefahr schwebten. Aus diesem Grund habe die Münchner Stadtverwaltung schließlich angeordnet, das Camp zu räumen. In einer "letzten Nachricht" hatten die Asylbewerber am Freitag angekündigt, ärztliche Hilfe ebenfalls zu verweigern, bis ihre Asylanträge anerkannt sind.

Die Vermittler Vogel und Glück waren in der Nacht noch sichtlich erschüttert. "Es erfüllt uns mit großer Sorge und Trauer", sagte Vogel. Die Streikenden befänden sich in unmittelbarer Lebensgefahr. "Wir gehen hier bedrückt weg", sagte Glück, der dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vorsteht.

fab/dpa

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