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Flüchtlingscamp: Hungerstreik in Berlin

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Flüchtlingsdemonstration in Berlin Polizei räumt Protest-Camp am Brandenburger Tor

Ein starkes Polizeiaufgebot hat auf dem Pariser Platz ein Camp von Flüchtlingen geräumt. Die Aktivisten wollten vor dem Brandenburger mit einem Hungerstreik gegen die deutsche Asylpolitik demonstrieren.

Berlin - Aktivisten der Flüchtlingsorganisation "Refugee Tent Action" haben am Abend vor dem Brandenburger Tor in Berlin ein Zelt errichtet. Die Demonstranten, die aus Protest gegen die deutsche Asylpolitik zu Fuß von Würzburg nach Berlin marschiert waren, fordern unter anderem die Abschaffung von Sammelunterkünften und der Residenzpflicht für Asylbewerber. Sie haben eigenen Angaben zufolge einen Hungerstreik begonnen.

Ein starkes Polizeiaufgebot umstellte die knapp 50 Aktivisten. Um den Pariser Platz standen rund 30 Mannschaftswagen, darunter eine Hundestaffel und Kräfte der Kriminalpolizei. Kurz vor 22 Uhr begannen Bereitschaftspolizisten mit der Demontage des Großzelts, die flink vonstatten ging. Zuvor hatten sich die Flüchtlinge geweigert, das Zelt freiwillig abzubauen. Die Demonstranten quittierten die Aktion mit lautstarken Sprechchören wie "Kein Mensch ist illegal" oder "Feuer und Flamme den Abschiebebehörden".

Nach Polizeiangaben verstieß die Errichtung des Zeltes und der "Einsatz von Übernachtungs-Utensilien" gegen geltendes Recht. Gleichwohl wolle man das Abhalten einer Versammlung vor dem Brandenburger Tor dulden. Die fand denn auch statt, nachdem sich aus dem Kreis der Unterstützer der Flüchtlinge ein Versammlungsleiter gefunden hatte, der die Veranstaltung ordnungsgemäß anmeldete. Alles blieb friedlich - Festnahmen gab es zunächst nicht.

Sven Röbel
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