Polizeistatistik Jugendkriminalität in Hessen nimmt zu

Insgesamt liest sich die hessische Polizeistatistik des vergangenen Jahres positiv – mit einem Makel. Ausgerechnet in der Jugendkriminalität verzeichnet das Land Zuwächse.


Wiesbaden - Die Jugendkriminalität hat im vergangenen Jahr in Hessen erneut leicht zugenommen. Nach den Eckdaten der Polizeilichen Kriminalstatistik, die Innenminister Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden vorstellte, stieg die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen 2007 um 1,75 Prozent auf 16.672. Bei den Heranwachsenden stieg die Zahl der Tatverdächtigen um rund 0,9 Prozent auf 14.075. Dagegen ging die Zahl der erwachsenen Straftäter um 0,7 Prozent auf 118.920 zurück.

Nach Bouffiers Worten ist die Zahl der Straftaten landesweit im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 420.725 zurückgegangen. Zugleich stieg die Aufklärungsquote auf den neuen Rekordwert von 55,9 Prozent. Dies zeige deutlich, dass Hessen eines der sichersten Bundesländer sei.

Der Innenminister betonte, die Straßenkriminalität, die das Sicherheitsempfinden der Bürger besonders berühre, sei um 2,7 Prozent gesunken, die Zahl der Wohnungseinbrüche um 4,2 Prozent. Die Zahl der Gewaltverbrechen wie Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung oder Mord habe sich um 3,4 Prozent verringert. Eine Zunahme von 3,7 Prozent gab es dagegen bei der Internetkriminalität.

Nach Bouffiers Worten ist die Zahl der Gewaltdelikte in Hessen bereits seit 2004 rückläufig. Die Zahl der ausländischen Straftäter sank über alle Altersgruppen von 51.889 auf 49.786. Ihnen standen 105.548 deutsche Tatverdächtige gegenüber, 1.675 mehr als im Vorjahr. Insgesamt 67,9 Prozent aller in Hessen registrierten Tatverdächtigen waren demnach im vergangenen Jahr Deutsche, 32,1 Prozent Nichtdeutsche.

Die hessische SPD bezeichnete Bouffier und den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch als "Sicherheitsversager". SPD und Grüne kritisierten zudem die Veröffentlichung der Eckdaten als unsicher und wenig aussagekräftig. Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Wiesbadener Landtag, Jürgen Frömmrich, bezeichnete das Vorgehen des Ministers als "Versuch, mit Zahlenspielen von seiner schlechten Arbeit abzulenken".

phw/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.