Popularität Angela Merkel – der Deutschen Liebling

Noch nie dagewesene Werte für einen deutschen Regierungschef: Mehr als drei Viertel der Deutschen wollen nach der halben Wahlperiode, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Mit der Großen Koalition sind allerdings weit weniger als die Hälfte der Befragten zufrieden.


Hamburg - Nach einer Umfrage des Emnid-Instituts für die Zeitung "Bild am Sonntag" sprechen sich zur Hälfte der Wahlperiode 76 Prozent für einen Verbleib Merkels im Amt aus. Nur 21 Prozent wünschen sich einen anderen Regierungschef.

Merkel: Nie so beliebt wie heute
AP

Merkel: Nie so beliebt wie heute

Auch im Oppositionslager trifft Merkel (CDU) demnach auf große Zustimmung. Bei der FDP sind 88 Prozent, bei den Grünen 77 Prozent mit der Kanzlerin zufrieden. Die Anhänger der Regierungsparteien Union und SPD stehen zu 94 beziehungsweise 76 Prozent hinter Merkel.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte der Zeitung, so positive Werte seien für einen deutschen Regierungschef zur Hälfte der Wahlperiode noch nie gemessen worden. "Sicher ist das Ergebnis auch auf die deutsche Präsidentschaft von EU und G 8 zurückzuführen. Die Menschen bewundern, wie sich Merkel in der Welt der Herren Bush, Putin oder Sarkozy behauptet", sagte er.

Mit den Bundesministern sind die Deutschen nicht so zufrieden wie mit der Kanzlerin. Lediglich 38 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die schwarz-rote Koalition unverändert weiterregieren sollte. 51 Prozent finden, dass Merkel ihr Kabinett jetzt umbilden sollte. In der Einzelwertung schneidet Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am schlechtesten ab. Nur 43 Prozent wollen, dass sie in der Regierung bleibt, 48 Prozent fordern ihre Ablösung.

Auf den Plätzen folgen Steinbrück und Steinmeier

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat mit 50 Prozent Zufriedenheit das zweitschlechteste Ergebnis. 30 Prozent wollen ihn auswechseln. Den drittschlechtesten Zustimmungswert hat Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU). 54 Prozent der Deutschen wünschen, dass er bleibt, 41 Prozent, dass er geht.

In der Zufriedenheitsrangliste liegen hinter der Kanzlerin zwei SPD-Politiker auf den Spitzenplätzen: Finanzminister Peer Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier, über die sich je 71 Prozent zufrieden äußern.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollen 67 Prozent im Kabinett behalten, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) 63 Prozent. Jeweils 59 Prozent sprechen sich für einen Verbleib von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) und Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) aus, 58 Prozent Zustimmung erfahren Umweltminister Sigmar Gabriel, Justizministerin Brigitte Zypries und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (alle SPD). Für einen Verbleib von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU)sind 56 Prozent der Befragten.

Die Emnid-Umfrage fand den Angaben zufolge unter 1000 Befragten am 14. und 15. August statt.

asc/ddp



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