Porträt Der spät berufene Vize


Berlin - Einen 59-Jährigen schlage er nicht mehr zu seinem Stellvertreter vor, hatte Fraktionschef Peter Struck ursprünglich als Parole ausgegegeben. Doch die meisten Abgeordneten dachten anders. Mit klarer Mehrheit wählte die SPD-Fraktion am Dienstag den europapolitischen Sprecher Norbert Wieczorek zu einem der insgesamt neun stellvertretenden Vorsitzenden. Von seinem Vorgänger Ernst Schwanhold übernimmt er die Bereiche Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus.

Obwohl der bärtige Wieczorek von vielen Fraktionslinken unterstützt wurde, verlief seine Wahl nicht nach dem bei Postenvergaben lange üblichen Rechts-Links-Schema. Seinem Konkurrenten Ditmar Staffelt wurde als Bundestag-Neuling noch nicht ausreichend Erfahrung in der engsten Fraktionsspitze zugetraut.

Der in Kassel gebürtige Wieczorek, der von der jetzigen Entwicklungshilfeministerin Heidi Wieczorek-Zeul seit langem geschieden ist, gehört seit 1967 der SPD und seit 1980 - mit einer kurzen Unterbrechung - dem Bundestag an. Der Diplomkaufmann und promovierte Politikwissenschaftler arbeitete in einem Industrieunternehmen sowie an mehreren Universitäten. Von 1976 bis 1991 war er Angestellter bei der Bank für Gemeinwirtschaft.



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