Potsdam Scholz gewinnt Wahlkreisduell gegen Baerbock

Annalena Baerbock und Olaf Scholz wollten beide ins Kanzleramt, doch nur der SPD-Kandidat hat darauf realistische Chancen. Und auch beim Kampf um ein Direktmandat ließ Scholz seine grüne Konkurrentin hinter sich.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei der Stimmabgabe in Potsdam

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei der Stimmabgabe in Potsdam

Foto: JENS SCHLUETER / POOL / EPA

In Brandenburg hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein Duell bereits für sich entschieden: Scholz gewann den Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II . Gegen ihn hatte sich die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock um das Direktmandat beworben. Scholz kam nach Auszählung auf 34 Prozent der Stimmen, Baerbock auf knapp 19 Prozent.

Die CDU-Kandidatin Saskia Ludwig lag auf Platz drei, mit deutlichem Abstand zu Baerbock. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 82 Prozent.

Landesliste als Trumpf

Scholz war erstmals in dem Wahlkreis angetreten. Der SPD-Politiker kommt eigentlich aus Hamburg, aber seit 2017 ist seine Frau Britta Ernst Bildungsministerin in Brandenburg. Scholz verlegte seinen Wohnsitz in die Landeshauptstadt.

Baerbock hingegen lebt seit Jahren mit ihrer Familie in Potsdam, erstmals zog sie 2013 über die Landesliste der Grünen in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die SPD den Wahlkreis mit der Kandidatin Maja Schüle knapp vor der CDU gewonnen – Baerbock kam damals auf acht Prozent der Erststimmen. Auch dieses Mal kann Baerbock über die Brandenburger Landesliste in den Bundestag einziehen.

Im Bund ist die Lage für Scholz hingegen weniger eindeutig: Hochrechnungen zufolge lieferten sich CDU/CSU und SPD mit Stimmenanteilen von jeweils um die 25 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Wahlsieg, mit leichtem Vorsprung für die SPD. 2017 war die Union noch auf 32,9 Prozent gekommen, und die Sozialdemokraten hatten nur 20,5 Prozent geholt. Scholz wie Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) beanspruchten am Wahlabend, eine Regierung anzuführen.

Anders als Scholz und Baerbock hatte sich Laschet nicht um ein Direktmandat beworben. Für den CDU-Chef könnte es daher noch knapp werden: Laschet steht zwar auf Platz eins der CDU-Liste in Nordrhein-Westfalen, doch bei ausreichend vielen Direktmandaten für die CDU in NRW könnte selbst das nicht ausreichen, um in den Bundestag einzuziehen.

mrc
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