Powell Fischer ein "wahrer Freund Amerikas"


Washington - Die konservative neue US-Regierung begegnet dem deutschen Außenminister Joschka Fischer ohne Vorbehalte - trotz der Diskussion über seine Vergangenheit als Straßenkämpfer. Als der Grünen-Politiker am Dienstag und Mittwoch zum Antrittsbesuch in Washington war, lobte ihn der neue US-Außenminister Colin Powell als einen "wahren Freund Amerikas". Powell sprach von einem neuen Kapitel in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Und er schenkte Fischer die deutsche Ausgabe seiner Biografie.

Fischer legte während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Powell die gemeinsame Interessenlage dar. Sein Englisch war in Höchstform. Und so spannte er gewandt den Bogen von der freundlichen Gesprächsatmosphäre zu den gemeinsamen Werten, vom historischen Verdienst der USA bei der Demokratisierung Nachkriegsdeutschlands zum sicherheitspolitischen Knackpunkt: der umstrittenen US-Raketenabwehr NMD. Er vergaß dabei weder den Konflikt mit Irak noch die Ost-Erweiterung der Nato, weder den Nahen Osten noch die eigenständigen europäischen Sicherheits- und Verteidigungsinteressen.

Der Golfkriegsgeneral Powell sprach von einem neuen Kapitel der Beziehungen. Der Chef im State Departement gilt als begnadeter Diplomat, der vorsichtig und zurückhaltend agiert und dabei auf Menschen zugehen kann.



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