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28. Juni 2006, 13:40 Uhr

Präsidenten-Besuch

Am 13. Juli gegen Bush

Die Gegner des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Bush in Deutschland wollen ihren Protest auf den 13. Juli konzentrieren. Man wolle gegen die Aggressionspolitik der US-Regierung demonstrieren.

Stralsund - Dies teilten Vertreter von Friedensorganisationen und Globalisierungsgegner mit. Die geplante Demonstration in Rostock werde wegen des neuen zeitlichen Ablaufs um einen Tag vorverlegt, teilte das Aktionsbündnis zur Bush-Visite in der Hansestadt mit.

Mit dem Protest solle Kritik an der Aggressionspolitik der US-Regierung zum Ausdruck gebracht werden. Um Aktionen vorzubereiten, wollen sich die Vertreter von Friedensorganisationen und -initiativen am nächsten Wochenende in Stralsund treffen.

Für den Tag des Bush-Besuchs wurden den Angaben zufolge Versammlungen und Demonstrationen angemeldet. Daneben sind eine Kundgebung, Talkrunden sowie der Aufbau von Infoständen geplant. Zugleich sollen bundesweit Protestveranstaltungen stattfinden.

Bush wird vom 12. bis 14. Juli die Heimatregion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Mecklenburg-Vorpommern besuchen. Dies gab Regierungssprecher Ulrich Wilhelm heute in Berlin offiziell bekannt.

Bush wird danach am Abend des 12. Juli in Mecklenburg-Vorpommern eintreffen. Für den 13. Juli ist ein Besuch in Stralsund geplant, wo der US-Präsident mit der Kanzlerin sprechen wird. Am Abend des gleichen Tages ist ein Zusammentreffen mit Persönlichkeiten aus der Region in der Ortschaft Trinwillershagen vorgesehen. Am 14. Juli reist Bush weiter zum G8-Gipfel in St. Petersburg.

Als Themen des Treffens zwischen Bush und Merkel nannte Wilhelm den G8-Gipfel, die bilateralen Beziehungen und internationale Fragen wie den Atom-Konflikt mit dem Iran, die Lage im Nahen Osten und die Situation in Afghanistan.

Genauere Einzelheiten des Programms gab Wilhelm nicht bekannt. Die Polizei hatte zuvor die Einwohner des Ostseebades Heiligendamm darüber informiert, dass Bush zwei Nächte im dortigen Hotel Kempinski residieren werde. Deutschlands ältestes Seebad knapp 20 Kilometer nordwestlich von Rostock wird dazu zur Hochsicherheitszone ausgebaut.

Bush und seine Delegation werden den Angaben zufolge in neun luxuriösen Suiten und zwölf Doppelzimmern unter klassizistischen Zinnen und Giebeln wohnen. Einwohner und Gäste in Heiligendamm müssen rund um den Bush-Aufenthalt mit einem Ausnahmezustand rechnen, wie aus den Polizeiinformationen hervorging. Heiligendamm und Stralsund liegen etwa 80 Kilometer auseinander.

asc/ddp/dpa/AP

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