Präsidentschaftsdebatte Stoiber will eine Frau statt Rau

Nach einem Wahlsieg in Niedersachsen hätte die Union wohl die nötige Mehrheit, um 2004 den nächsten Bundespräsidenten zu stellen. Oder vielleicht die erste Präsidentin - denn wenn es nach Edmund Stoiber und anderen geht, soll Johannes Rau der vorerst letzte Mann im höchsten Staatsamt gewesen sein.


Die mögliche Kandidatin und ihr Patron: Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan gilt als Anwärterin für die Unions-Nominierung, auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hat Chancen
DDP

Die mögliche Kandidatin und ihr Patron: Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan gilt als Anwärterin für die Unions-Nominierung, auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hat Chancen

Berlin/München - Eine wirklich entschiedene Aussage ist es noch nicht, aber immerhin ein Anfang: Er halte es für "sehr interessant, wenn die Union dafür eintrete, dass "erstmals in der Geschichte eine Frau das höchste Amt im Staate einnimmt", sagte Stoiber in einem Interview.

Bei einem Doppelsieg der CDU in Hessen und Niedersachsen hätten Union und FDP die Mehrheit in der Bundesversammlung. Sie wird am 23. Mai 2004 das neue Staatsoberhaupt wählen. Spekulationen über eine eigene Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten nannte Stoiber gegenüber dem "Focus" absurd. Er sei mit Leib und Seele CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident.

1999 hatte die Union die jetzige thüringische Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU) als Kandidatin aufgestellt. Sie unterlag Johannes Rau (SPD) unterlegen, der bislang offen gelassen hat, ob er nächstes Jahr erneut kandidiert.

Auch CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hatte in der "Berliner Zeitung" den Anspruch der Union erhoben, das Staatsoberhaupt zu stellen. Nach Informationen des Blattes " könnte es sich dabei um die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan oder die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU) handeln.

Ob die Unionskandidatin im ersten Wahlgang die Stimmen der FDP erhält, mit der Stoiber und Meyer rechnen, ist indes offen. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt machte bereits deutlich, dass seine Partei einen eigenen Vorschlag für das Amt unterbreiten werde.



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