Prognose Deutschland müsste sechs Millionen Klimaflüchtlinge aufnehmen

Forscher warnen vor beispiellosen Flüchtlingswellen wegen des Klimawandels. Doch wer soll die geschätzten 200 Millionen Menschen aufnehmen, die bis zum Jahr 2035 ihre Heimat verlassen müssen? Eine Umweltstiftung hat die Folgen für Deutschland hochgerechnet.
Überschwemmtes Gebiet in Indien: Warnungen vor Flüchtlingswellen wegen Klimawandels

Überschwemmtes Gebiet in Indien: Warnungen vor Flüchtlingswellen wegen Klimawandels

Foto: Biswaranjan Rout/ AP

Klimagipfels in Kopenhagen.

Ludwigsburg - Wer maßgeblich am Klimawandel schuld ist, sollte auch die meisten Klimaflüchtlinge aufnehmen - das forderte die Umweltstiftung NatureLife in Ludwigsburg am Freitag zum Start des

Die Kalkulation ist einfach: Bis zum Jahr 2035 rechnet der Weltklimarat laut NatureLife mit weltweit mehr als 200 Millionen Flüchtlingen, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen.

Würde man diese anteilig auf die Länder verteilen, die das meiste klimaschädliche CO2 produzieren, müssten allein die USA 44 Millionen Menschen aufnehmen, China 38 Millionen - und Deutschland rund sechs Millionen. Bei dieser Aussicht würden die USA und China "voraussichtlich bald freiwillig verbindliche Richtwerte für Emissionen einführen", vermutet Stiftungschef Claus-Peter Hutter.

Die Uno-Klimakonferenz beginnt am 7. Dezember. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag die Einigung auf ein rechtlich bindendes internationales Klimaabkommen noch in der ersten Hälfte des nächsten Jahres gefordert. Das Gipfeltreffen müsse ein "klares politisches Bekenntnis" bringen.

amz/dpa