Protest-Bewegung Deutscher Diplomat vermittelt im Jemen

Die Bundesregierung hat sich in die Krise im Jemen eingeschaltet. Ein ranghoher Diplomat traf sich mit Präsident Salih in Saudi-Arabien. Anschließend reiste er zu Gesprächen mit der Opposition nach Sanaa.  

Präsident Salih (Archiv): Gespräche mit ehemaligen deutschen Botschafter
AFP / Yemen TV

Präsident Salih (Archiv): Gespräche mit ehemaligen deutschen Botschafter


Berlin - Bei der Suche nach einer Lösung im Jemen-Konflikt mischt nun auch die Bundesregierung mit. Ein ranghoher Diplomat sei dazu im Auftrag von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Saudi-Arabien und in den Jemen gereist, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Bundesregierung beobachte die Entwicklung im Jemen mit großer Sorge, hieß es aus Diplomatenkreisen. Der politische Stillstand berge "erhebliche Risiken" für das Land. Westerwelle unterstütze die Vermittlung des Golfkooperationsrates, die den Weg zu einem friedlichen und geordneten Übergang weise.

Dem Zeitungsbericht zufolge übermittelte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amtes, Michael Klor-Berchtold, dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih in der saudiarabischen Hauptstadt Riad die Botschaft, dass die Initiative des Golfkooperationsrates derzeit der einzige Weg sei, bewaffnete Auseinandersetzungen zu verhindern.

Der ehemalige deutsche Botschafter im Jemen sei nach dem Antiterror-Berater des Weißen Hauses, John Brennan, der zweite ranghohe Diplomat, den Salih in Riad empfangen habe. Im Anschluss an die Unterredung mit Salih habe Klor-Berchtold in Sanaa Gespräche mit Vertretern von Regierung und Opposition geführt, darunter auch mit Vize-Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi.

Die Initiative des Golfkooperationsrates sieht vor, dass Salih zurücktritt und die Kompetenzen bis zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten an Hadi abgibt. Laut "FAZ" sind Salehs wichtigste Gegenspieler, General Ali Mohsen el Ahmar und der Oppositionspolitiker Hamid el Ahmar, offenbar bereit, Hadi zu unterstützen. Zudem sei Salih offenbar zum Rücktritt bereit, seine Familie halte ihn aber von der Unterzeichnung des Vermittlungsabkommens ab, berichtete die Zeitung unter Berufung auf jemenitische Kreise.

Salih war am 3. Juni bei einem Bombenangriff auf den Präsidentenpalast in Sanaa verletzt worden und zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Saudi-Arabien gebracht worden.

ler/AFP/dpa



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Nachtheinigte 21.07.2011
1. Jemen
In wessen Interesse vermittel der Diplomat? Für das Volk oder für die herrschenden Eliten ?
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