Proteste gegen G8-Razzia Kleiner Krawall in Hamburg - Große Ruhe in Berlin

Nach einer zunächst friedlichen Demonstration gegen die Polizeiaktion im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel gab es in Hamburg doch Randale. Allerdings beruhigte sich die Lage schnell. In Berlin blieben die Proteste ganz friedlich. In Göttingen wurde ein Polizist gebissen.


Hamburg - Nachdem Bundesanwaltschaft und Polizei am Morgen die Räume des linken Szene-Treffs "Rote Flora" in Hamburg wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel durchsucht hatten, demonstrierten rund 2000 Aktivisten zunächst friedlich gegen die Polizeiaktion. Gegen 22 Uhr aber eskalierte die Situation im Schanzenviertel. Es wurden Steine und Flaschen auf die Polizisten geworfen und Leuchtkörper abgefeuert, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mindestens eine Beamtin sei leicht verletzt worden. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Über Festnahmen und die genaue Zahl der Verletzten wurde zunächst nichts bekannt. Nach dem massiven Polizeieinsatz beruhigte sich die Situation.

Schnelle Beruhigung nach kleinem Krawall: Polizeieinsatz in Hamburg
DPA

Schnelle Beruhigung nach kleinem Krawall: Polizeieinsatz in Hamburg

In Berlin beteiligten sich am Abend rund 3000 Menschen im Stadtteil Kreuzberg an einem friedlichen Protestzug gegen die Razzia. Nach Angaben der Polizei waren 570 Beamte im Einsatz, doch habe es keine Zwischenfälle gegeben. Die Demonstranten riefen über Lautsprecherwagen: "Wir wollen nicht irgendeine Regierung stürzen, wir wollen sie alle stürzen." Gegen 23 Uhr löste sich die Veranstaltung nach
Polizeiangaben bis auf eine verbliebene kleine Gruppe
weitgehend auf.

In Göttingen versammelten sich rund 200 Angehörige der lokalen linken Szene in der Innenstadt, um gegen die bundesweiten Durchsuchungen zu demonstrieren. Während des Aufzugs wurde ein 28 Jahre alter Polizeibeamter bei einem Handgemenge durch einen Biss in den Finger leicht verletzt. Zwei Demonstrationsteilnehmer wurden vorübergehend festgenommen.

kai/dpa/AP/ddp



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