Proteste gegen Staatsbesuch Mehr Polizeifahrzeuge als Demonstranten

Sicherheitsstufe eins in Berlin. Zahlreiche Straßensperrungen und 2000 Polizisten im Einsatz. Doch Israels Staatspräsident Kazaw musste in Berlin keine ernst zu nehmenden Gegendemonstranten fürchten. An einem Aufzug der rechtsextremistischen NPD beteiligten sich kaum mehr als 50 Personen.

Von Holger Kulick


Berlin - Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte die NPD-Demonstration zuvor als "eine Schande" tituliert. So viel Aufwertung wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn nur ein klägliches Häuflein rechtsgerichteter Demonstranten marschierte am Abend über die Straße Unter den Linden bis zum Berliner Schlossplatz vor das Auswärtige Amt. Dort grölten die wenigen Teilnehmer "Hände weg von Palästina" und forderten Berlins Bürger auf, gegen Waffenlieferungen an Israel zu protestieren. Doch Berlins Bürger ließ der Umzug kalt. Nur zahlreiche Reporter folgten dem Tross.

Auffallend an dieser Demonstration war dagegen das Polizeiaufgebot, das deutlich mehr Polizeitransportfahrzeuge umfasste, als der ganze NPD-Aufzug Personen. Vergleichsweise stark waren mehrere Demonstrantengruppen aus dem linken Spektrum vertreten. Die rund 250 Teilnehmer forderten Solidarität mit Israel und die Polizei dazu auf, den rechten Spuk aufzulösen.



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