Prozess Max Strauß zu Gefängnisstrafe verurteilt

Der Sohn von Franz-Josef Strauß soll für drei Jahre und drei Monate in Haft. Max Strauß habe sich der millionenschweren Steuerhinterziehung schuldig gemacht, so das Gericht. Die Anwälte kündigen Revision an.

Augsburg - Das Landgericht Augsburg sah es als erwiesen an, dass der 45-Jährige von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber Provisionen in Höhe von 2,6 Millionen Euro erhalten und nicht versteuert hat. Die Verteidigung hat gegen das Urteil Revision angekündigt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) dreieinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Der psychisch angeschlagene Strauß hatte während des fast sechs Monate dauernden Verfahrens jede Aussage verweigert.

Nach Ansicht der Anklage stammen die Provisionen aus Airbus- und Panzergeschäften mit Kanada, Thailand und Saudi-Arabien. Schreiber habe das Geld für Strauß auf das Schweizer Nummernkonto "Maxwell" überwiesen und treuhänderisch verwaltet, sagte der Staatsanwalt. Die Verteidigung versicherte dagegen, Strauß habe nie auch nur einen Pfennig bekommen.

Die überraschende Festnahme des ebenfalls in der Schreiber-Affäre angeklagten Ex-Verteidigungs-Staatssekretärs Holger Pfahls hatte auf die Urteilsverkündung keinen Einfluss. Staatsanwaltschaft und Verteidigung verzichteten vor dem Urteil auf eine Zeugeneinvernahme des fünf Jahre lang untergetauchten früheren CSU-Politikers.