Prozessbeginn in Hildesheim 22-Jähriger soll Terroranschlag gegen Muslime vorbereitet haben

Der Mann soll sich Armbrüste, Pfeile und Messer beschafft haben – für einen Anschlag gegen Muslime. Ein 22-Jähriger muss sich nun wegen Terrorplänen in Hildesheim vor Gericht verantworten.
Landgericht Hildesheim

Landgericht Hildesheim

Foto: Holger Hollemann / dpa

Spezialkräfte der Polizei hatten einen 22 Jahre alten Mann im Mai wegen mutmaßlicher Terrorpläne festgenommen. Jetzt hat der Prozess gegen ihn vor dem Landgericht in Hildesheim mit der Verlesung der Anklage begonnen.

Konkret geht es um den Vorwurf der Vorbereitung einer terroristischen Gewalttat. Der junge Mann soll sich seit den rechtsextremistischen Anschlägen auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019 mit rechtsradikalem Gedankengut und einem eigenen Anschlag gegen Muslime beschäftigt haben. Dazu soll er sich zwischen Juli 2019 und Mai 2020 zwei Armbrüste, Pfeile, ein Zielfernrohr und vier Messer beschafft haben.

Laut Anklage soll der Mann außerdem im Mai 2017 im Alter von 19 Jahren in Chatnachrichten ein damals 15 Jahre altes Mädchen beleidigt haben. Ihrem Stiefbruder und ihrer Mutter soll er ebenfalls in Chatnachrichten angedroht haben, das Mädchen und die Mutter zu töten. Im Jahr 2019 soll er sich in einem Chat zudem rassistisch geäußert haben.

Chat-Partner informierte die Polizei

Ende Mai 2020 hat der Beschuldigte der Anklage zufolge in einem anonymen Internet-Chat einem ihm unbekannten Chat-Partner gesagt, er befinde sich mit Waffen vor einer Moschee. Er habe vor, Muslime zu töten. Sein Chat-Partner informierte daraufhin die Polizei. Einen Tag später wurde der 22-Jährige in seiner Hildesheimer Wohnung gefasst und in Gewahrsam genommen. In der Wohnung fanden die Ermittler Datenträger mit rechtsradikalen Inhalten und Waffen.

Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass das Motiv im »psychischen Gesundheitszustand« des Verdächtigen zu suchen sei. Der damals 21-Jährige wurde zunächst in eine Klinik gebracht. Das Amtsgericht Hildesheim lehnte anfangs ab, den Mann in Untersuchungshaft zu nehmen. Daraufhin legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde bei der Staatsschutzkammer des Landgerichts Lüneburg ein, die schließlich Haftbefehl erließ.

kev/dpa